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29. April 2011
OP-Trakt als Geschenk zum Jubiläum
Eine Freiburger Institution: Das Lorettokrankenhaus wird am 1. Mai 90 Jahre alt – und eröffnet einen 12-Millionen-Erweiterungsbau.
Vieles neu macht der Mai: Am Lorettokrankenhaus laufen derzeit die letzten Arbeiten für den Neubau von vier neuen Operationssälen plus Nebenräumen, die auf das Flachdach des alten OP-Trakt aufgesetzt wurden. Fast 12 Millionen Euro kostet die Erweiterung, und die Klinik am Lorettoberg über der Wiehre macht sich damit ein High-Tech-Geburtstagsgeschenk: Das Krankenhaus feiert am 1. Mai seinen 90. Geburtstag.
Die Ordensschwestern des Heiligen Josef vom Kloster St. Trudpert im Münstertal haben das Haus 1921 in malerischer Lage über Freiburg gegründet. Noch heute arbeiten 25 Nonnen im "Loretto", unter ihnen Schwester Edeltraud als Oberin. Die 71-Jährige lebt und arbeitet seit fast 35 Jahren für die und in der Klinik, die zum Regionalverbund Kirchlicher Krankenhäuser (RKK) gehört, der im Jahr 2000 gegründet wurde. "Menschen, die zu uns kommen, suchen nicht nur eine perfekte medizinische und pflegerische Versorgung, sondern auch Vertrauen und Zuversicht", sagt Helmut Schillinger, Geschäftsführer des RKK bei einem Rundgang durch das 207-Betten-Haus. Pro Jahr werden hier rund 7200 Patienten stationär behandelt, weitere rund 13 100 ambulant. 620 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die Patienten.Werbung
Zum 90. Geburtstag kann die Freiburger Institution die Operation Zukunft abschließen: Der neue OP-Trakt wird in diesen Tagen nach nur neun Monaten Bauzeit fertiggestellt. Rund 12 Millionen Euro sind in die vier Operationssäle, den Vorbereitungs- und Aufwachraum und in die notwendigen Personalräume. 7,65 Millionen Euro kommen als Zuschuss aus dem Konjunkturpaket des Bundes.
An den Plänen haben auch die Mitarbeiter mitgewirkt, das Raumkonzept habe perfekt umgesetzt werden können. Das Aufsetzen eines Stockwerkes auf das bestehende Gebäude bei laufendem Krankenhausbetrieb und bei beengter Lage am Lorettoberg sei "eine logistische Meisterleistung" gewesen, lobt Geschäftsführer Schilling. 900 Quadratmeter Platz bietet der neue OP-Trakt, im bisherigen sind es nur 540 Quadratmeter. Wenn die neuen OP-Säle bezogen sind, bekommt an deren alter Stelle die Urologie mehr Platz. Hier werden dann noch einmal rund 3,4 Millionen Euro investiert.
Natürlich wird bei dem Neubau der modernste Stand der Technik umgesetzt. Die neuen OP-Säle sind sogenannte Reinsträume. Um jede Infektionsgefahr zu vermeiden, operieren die OP-Teams mit Helmen: "Das sieht ein bisschen aus wie im Weltraum", sagt Schillinger. Anders als der alte OP-Bereich im Erdgeschoss verfügt der Neubau nun über viel Tageslicht – Postkartenansicht auf Freiburg inklusive. Durch die neuen OP-Räume soll die Zahl der Operationen im Haus gesteigert werden.
Erweitert wird derzeit auch das St. Josefskrankenhaus, das ebenfalls in der Regie des RKK steht. Die Klinik in der Sautierstraße wird bis zum Mai 2012 für 60 Millionen Euro erweitert. Nach Ende der Arbeiten geben sich die Häuser ein neues Profil: Das "Loretto" wird die Chirurgische und Innere Abteilung aufgeben – didiesen Part übernimmt das Josefskrankenhaus. Dafür werden dann im Haus über der Wiehre die bereits bestehenden Schwerpunkte Orthopädie und Urologie noch ausgebaut, auch die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung, ebenso wie Intensivstation und Anästhesie.
Autor: Joachim Röderer


