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16. September 2009 17:30 Uhr

Beschäftigte fürchten um ihre Arbeitsplätze

Protest an Klinik für Tumorbiologie

Die Zukunft der zum Verkauf stehenden Freiburger Klinik für Tumorbiologie (KTB) an der Breisacher Straße ist ungewiss. Gegen die ihrer Meinung nach schleppende Informationspolitik ihres Arbeitgebers haben am Mittwoch rund 20 Beschäftigte der Klinik protestiert.

  1. Sie wollen wissen, was die Zukunft bringt: Beschäftigte der Klinik für Tumorbiologie protestierten. Foto: Ingo Schneider

Im März hatte die Universitätsklinik Freiburg angekündigt, dass sie die benachbarte KTB übernehmen will. Deren Haupteigentümer, Axel Steinwarz von der privaten Marx-Median-Gruppe, hatte den 350 Mitarbeitern zuvor mitgeteilt, dass er die Klinik verkaufen wolle.

"Seither hat sich nichts Neues ergeben", sagte Hans Helge Bartsch, ärztlicher Direktor der KTB, am Mittwoch gegenüber der BZ. Deshalb sei der Vorwurf von Vertretern der Gewerkschaft Verdi, der Klinik-Vorstand würde Informationen zurück halten, nicht gerechtfertigt. Dies habe man dem Betriebsrat mitgeteilt und auch in der Betriebsversammlung am Dienstag verkündet: "Wir sind irritiert, dass nun öffentlich protestiert wird." Auf keinen Fall Unruhe reinbringen will Wolfgang Holzgreve, leitender ärztlicher Direktor der Uniklinik. Der BZ gegenüber bestätigte er, dass man nach wie vor an einer Übernahme der KTB interessiert sei, die Gespräche aber noch nicht abgeschlossen seien. "Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz passt die Klinik gut zu uns. Außerdem haben wir immer Bedarf an zusätzlicher Fläche, es geht darum, die Kräfte zu bündeln", erklärte Holzgreve das Kaufinteresse.

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Einen Kooperationsvertrag zwischen der Uniklinik und der KTB gibt es, seit letztere 1993 eröffnet wurde. So arbeitet man in der Patientenversorgung zusammen aber auch in der Forschung. Im sogenannten Forschungsturm der KTB belegt die Uniklinik inzwischen zwei Etagen. In der Abteilung für akut Erkrankte stehen 80 Betten zur Verfügung, die laut Bartsch derzeit zu 75 Prozent belegt sind. Ganzjährig ausgebucht seien die 120 Betten in der Reha-Abteilung.

"Wir wollen, dass unsere Arbeitsplätze sicher sind", sagte Ralf Seitz vom KTB-Betriebsrat bei der Protestaktion. Die Frage sei doch, was bei einer Übernahme durch die Uniklinik mit den Beschäftigten geschehe. Geplant sei offenbar Personalabbau. Rückhalt bekam er von Reiner Geis, Geschäftsführer von Verdi Südbaden, der sich allerdings klar für einen schnellen Verkauf aussprach: "Die KTB schafft es nicht ohne einen starken Partner" – die betriebswirtschaftlichen Schwierigkeiten, die Geis andeutete, wollte vom Klinik-Vorstand niemand bestätigen. Bei dem geplanten Verkauf gehe es allein um die Nachfolgeregelung der Gesellschafter. Axel Steinwarz und Erich Marx, die beide im Rentenalter sind, haben 29 andere Mediankliniken diesen Sommer bereits an einen amerikanischen Privatfonds verkauft.

Autor: Heike Spannagel