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04. August 2011

SAGEN SIE MAL ...: "Ein Jahr lang schöne Segelreviere besuchen"

BZ-FRAGEBOGEN, heute ausgefüllt von Michaela Feistel (46), Direktorin des Notariats Freiburg.

  1. Michaela Feistel Foto: Schneider

INNENSTADT/MERZHAUSEN (cfr). Zum ersten Mal in seiner Geschichte wird das staatliche Notariat und Grundbuchamt Freiburg von einer Frau geleitet: Michaela Feistel hat Anfang des Jahres den Job als Direktorin angetreten. Die 46-Jährige wurde im Sauerland geboren und hat in Marburg und Göttingen Jura studiert. Sie arbeitete zunächst als Richterin in Hannover, später in Notariaten in Karlsruhe und Freiburg. Feistel lebt mit ihrem Mann in Merzhausen.

Sie sind die erste Frau auf dem Direktionsposten der 80-Mann-Behörde – was halten Sie von der Frauenquote?
Ich glaube, in der Justiz braucht man sie nicht. Die Justiz wird sowieso zunehmend weiblich. Ich hatte nie das Gefühl, dass mir Steine in den Weg gelegt werden, weil ich eine Frau bin. Man hat als Frau im Justizbetrieb alle Chancen, die auch ein Mann hat.

"Notar" ist für viele ein Synonym für "staubtrocken".
Ja, dieses Vorurteil kenne ich. Dabei ist mein Job eine totale Traumstelle. Man hat sehr viel mit Menschen zu tun, die Beratung nimmt viel Raum ein. Außerdem muss man sich heute in viel komplexere Sachverhalte einarbeiten, muss das Grundbuchrecht zum Beispiel genauso gut kennen wie das Gesellschaftsrecht oder das Familien- und Erbrecht. Das ist intensiv und spannend, weil kein Fall ist wie der andere.

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Was wollten Sie als Kind werden?
Prinzessin – ich war wirklich ein ganz typisches Mädchen. Aber zum Glück ist es anders gekommen.

Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Der Weg durch die Weinberge des Weinbauinstituts am Schlierberg mit dem schönen Blick ins Hexental.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Der "Süden" in Vauban. Der liegt in Fußnähe zu meinem Zuhause, und das Essen ist immer lecker.

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Englisch.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über Situationskomik und die dazu passenden Kommentare meines Mannes.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Gärtnern und Lesen.

Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
Der Briefroman "Deine Juliet" von May Ann Shaffer.

Wann waren sie zuletzt in der Kirche?
In der Pfingstwoche in der Marienkirche in Greifswald.

Welche Musik hören Sie gerne?
Rock, Pop, Country, Jazz querbeet.

Ihre Lieblingsinternetseite?
http://www.badischer-notarverein.de
Wovor haben Sie Angst?
Vor Gewalt und Krieg.

Was mögen Sie an sich selbst?
Dass ich mit zunehmendem Alter gelassener geworden bin.

Was bringt Sie auf die Palme?
Mangelnde Sorgfalt.

Wo machen Sie gerne Urlaub?
Mit dem Segelboot auf der Ostsee.

Ihr größter Erfolg?
Die nun schon über 25-jährige harmonische Beziehung mit meinem Ehemann.

Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie?
In die Jahre 1948 und 1949, ich wäre gern bei den Sitzungen des parlamentarischen Rates dabei gewesen, der unser Grundgesetz entwickelt hat.

Mit wem würden Sie warum gern mal einen Tag lang tauschen?
Mit meinen Katern Max und Moritz, um auch einmal im Leben so unendlich entspannt zu sein.

Ihre Traum-Schlagzeile?
"Die Bundeskanzlerin und die Bundespräsidentin ..."

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Ich schenke meinem Mann ein Segelboot und nehme mir mit ihm zusammen ein Jahr frei, um die schönsten Segelreviere zu besuchen.

Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingt mir am besten …
… alles, was ich zubereite. Es kommt immer etwas Leckeres dabei heraus.

Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
... braucht Fleiß, Disziplin, Organisationsvermögen und muss die Menschen mögen.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...
... ich lese.

Als Oberbürgermeisterin von Freiburg würde ich ...
... es schwer haben wegen der vielen Kompromisse, die ich eingehen müsste.

Autor: cfr