SAGEN SIE MAL ...: "Mehr als ein Häs’ anziehen und rumhüpfen"

cfr

Von cfr

Do, 21. Februar 2013

Freiburg

BZ-FRAGEBOGEN, heute ausgefüllt von Markus J. Weber (52), Oberzunftvogt und Schnitzelbank-Schreiber der Fasnetrufer.

WIEHRE (cfr). Mit einem Jahr zum ersten Mal im Häs’, mit sechs zum ersten Mal auf der Bühne, mit acht den ersten selbst geschriebenen Text vorgetragen – die Fasnetbiographie von Markus J. Weber ist lückenlos. Der 52-jährige Baustoffkaufmann war bis 2009 Zunftvogt der Fasnetrufer, heute ist er Oberzunftvogt. Seit 1975 schreibt er die Texte für den Programmpunkt "Schnitzelbank", auch wenn er sie nicht mehr selbst vorträgt. Weber ist verheiratet und lebt in der Unterwiehre.

Die Fasnet ist rum, ist jetzt erst mal die Luft raus?
Naja, ich brauche immer ein paar Tage, um mich zu normalisieren, Kostüme wegpacken, Texte versorgen, klar Schiff machen. Aber dann gilt: Nach der Fasnet ist vor der Fasnet. Es wird vielleicht zwei, drei Monate etwas ruhiger, doch dann starten wir mit den Vorbereitungen für die nächste Saison.

Gibt’s dafür auch genug Nachwuchs?
Zurzeit sind wir da recht zufrieden, ja. Wir bemühen uns sehr und machen viele Veranstaltungen für die nächste Generation auch unterm Jahr. Wir zeigen den Jugendlichen, dass Fasnet mehr ist als ein Häs’ anziehen und rumhüpfen, sie lernen den Sinn dahinter und das Brauchtum kennen.

Was war das tollste Kostüm, in dem Sie mal gesteckt haben?
Ein Schimpanse. Da hat mich der damalige Chefmaskenbildner vom Theater geschminkt und wirklich niemand hat mich erkannt. Das war großartig.

Was wollten Sie als Kind werden?
Schreiner.

Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Der Kanonenplatz auf dem Schlossberg.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Da habe ich kein spezielles.

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Musik und Erdkunde.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über Situationskomik, Slapstick und das Duo "Dumm und Schwätzer".

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Kreuzworträtsel, Sudoku und die Chronikführung der Fasnetrufer.

Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
Ein Gedichtband von Karl Kurrus.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Am Fasnetsonntag.

Welche Musik hören Sie gerne?
Klassik, vor allem Wagner. Aber auch schon mal die Toten Hosen.

Ihre Lieblingsinternetseite?
http://www.fasnetrufer.de

Wovor haben Sie Angst?
Vor einer schlimmen Krankheit.
Haben Sie ein Vorbild?
Meinen Vater Hansjörg Weber und meinen Lieblingskomödianten Heinz Erhardt.

Was mögen Sie an sich selbst?
Meinen – manchmal auch schrägen – Humor.

Was bringt Sie auf die Palme?
Ignoranz, Sturheit, Eigensinn und Dummheit.

Wo machen Sie gerne Urlaub?
Wo’s warm und trocken ist.

Ihr größter Erfolg?
Als ich am 16. Juni 2010 in Rom Papst Benedikt XVI. die weiße Zunftehrenmütze überreichen durfte.

Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie?
In das Jahr 1494, um mit dem Jurist und Autor Sebastian Brant über sein "Narrenschiff" zu diskutieren.

Mit wem würden Sie gern warum mal einen Tag lang tauschen?
Mit niemandem, das möchte ich keinem antun.
Ihre Traum-Schlagzeile?
"Endlich Frieden auf der ganzen Welt."

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Sparsam damit umgehen und "nur nix übertreibe".

Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingt mir am besten ...
... dass mir kein Wasser anbrennt.

Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
... braucht Sachverstand und fundiertes Wissen, und zwar sowohl als Baustoffkaufmann als auch als Oberzunftvogt.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...
... Fasnet isch!

Einmal im Leben will ich unbedingt ...
... noch nach Paris!

Als Oberbürgermeister von Freiburg würde ich ...
... die Müllabfuhr so gestalten, dass es wieder "suufer und glatt" ist.