SAGEN SIE MAL ...: "Mit Böcklin über Symbolismus diskutieren"

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Do, 16. August 2018

Freiburg

BZ-FRAGEBOGEN, heute ausgefüllt von Gottfried Haufe (27), Mitgründer des Lesungskonzertprojektes "Nachhall".

FREIBURG-WIEHRE (cfr). Am schwersten ist es, über Angst zu schreiben, sagt Gottfried Haufe, der vor einem Jahr gemeinsam mit dem Autor Robert Wolf und dem Musiker Danny McClelland das Lesungskonzertprojekt "Nachhall" gegründet hat. Der 27-Jährige stammt aus Greifswald und hat in Freiburg Englisch und Geschichte auf Lehramt studiert. Haufe ist ledig und lebt in der Wiehre.

Was genau ist ein Lesungskonzert?
Was wir nicht tun: Gleichzeitig lesen und Musik spielen, die Texte quasi mit einem Soundtrack unterlegen. Statt dessen erhält jeder von uns drei Künstlern abwechselnd Raum für sich und jeweils einige eigene Stücke. Normalerweise hat jeder Abend ein eigenes Thema, dem wir uns dann in Lied und Text widmen. Das waren in der Vergangenheit zum Beispiel "Nix mit Liebe", "Sehnsucht" oder "Punkte und Streifen".

Was erwartet die Besucher?
Ein Maß an Authentizität, das teilweise schmerzt. Es ist was für Leute, die Spaß daran haben, in die Reflektionen anderer Menschen einzutauchen.

Was wollten Sie als Kind werden?
Sportjournalist.

Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Beim Wasserschlösschen am Sternwald.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Ganz schwer. Kann ich fünf nennen? Na gut, wahrscheinlich das Café Ruef.

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Geschichte.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über Monty Python und vor allem Situationskomik.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Überraschenderweise schreiben. Singen. Gerne laut, beim Staubsaugen.

Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
"Eine kurze Geschichte der Menschheit" von Yuval Noah Harari.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Im Gottesdienst? An Weihnachten. Zum Angucken? Ständig, wenn ich eine Kirche noch nicht kenne.

Welche Musik hören Sie gerne?
Folk. Jazz. Indie-Krams und rockige Sachen. Hip-Hop. Noch was vergessen?

Ihre Lieblingsinternetseite?
Die Youtube-Seite von John Oliver.

Wovor haben Sie Angst?
Vor Selbstunwirksamkeit.

Haben Sie ein Vorbild?
Einige. Ganz besonders Neil deGrasse Tyson, amerikanischer Astrophysiker und Universaltalent. Ein Mann, der enormes Wissen mit enormem Charisma verbindet.
Was mögen Sie an sich selbst?
Meine Fähigkeit zum Perspektivwechsel. Und positiven Denken.

Wo machen Sie gerne Urlaub?
Schweden. Das war schon immer so.

Ihr größter Erfolg?
Einen personalisierten Brief vom Office von J.K. Rowling zu bekommen.

Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie?
In das 19. Jahrhundert. Egal, wann genau. Gerne würde ich Alexander von Humboldt kennenlernen. Mit Heine über Deutschland und mit Böcklin über Symbolismus diskutieren.

Mit wem würden Sie gern warum mal einen Tag lang tauschen?
Mit meinem 17-jährigen Ich. War das wirklich so viel einfacher alles?

Ihre Traum-Schlagzeile?
"Die Vereinigte Republik der Erde erwartet eine Armutsrate von weniger als 0,1 Prozent ab dem kommenden Jahr."
Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingt mir am besten ...
... die Regelung der Temperatur für das entsprechende Gericht.

Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
... sollte vermutlich wissen, wann es sinnvoll ist, auch mal den Mund zu halten.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...
... ich zu Hause an der Ostsee auf der Buhne sitzend ins Weite gucke. Pathos-Keule.

Einmal im Leben will ich unbedingt ...
... das Gefühl haben, nicht mehr auf der Suche zu sein. Good luck with that.

Als Oberbürgermeister von Freiburg würde ich ...
... zusehen, dass die Stadt weiterhin so offen und tolerant bleibt, wie sie sich gerne gibt.

Nachhall – ein Lesungskonzertprojekt, Freitag, 17. August, 21.30 Uhr, Innenhof Spechtpassage, Wilhelmstraße 15/1, Tickets kosten 12,95 Euro.