Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

22. Januar 2016 07:52 Uhr

Tierquälerei

Kater Sammy mehrfach mit Luftdruckwaffe angeschossen

Brutale Tierquälerei: Gleich zweimal wurde Kater Sammy, der sein Zuhause in Freiburg- Haslach hat, mit einem Luftgewehr angeschossen. Für das Tier ging es glimpflich aus. Vom Täter fehlt jede Spur.

  1. Röntgenaufnahme von Kater Sammy mit Kugel im hinteren Bein Foto: Privat

  2. Kater Sammy: Entspannung auf dem Sofa Foto: Privat

  3. Röntgenaufnahme von Sammy ohne Kugel. Foto: Privat

Die Vorfälle ereigneten sich im vergangenen Jahr, nun hat sich die Besitzerin des Katers, Anke Schindler, an die Badische Zeitung gewandt. Nach ihrer Schilderung kam der 13-jährige Kater am 18. August von einem seiner Ausflüge zurück, in seiner Brust steckte eine Kugel. "Er hat sich nichts anmerken lassen", sagt Schindler, "erst als ich ihn gestreichelt habe, habe ich es gemerkt." Dann habe sie die Kugel selbst herausgezogen, den Kater zum Tierarzt gebracht und bei der Polizei eine Anzeige aufgegeben.

Laut Polizeisprecherin Yasmin Bohrer hat die Polizei bis heute keine Zeugen finden können. "In solchen Fällen können wir nur über Zeugenaussagen weiterkommen", sagt sie. Auch beim zweiten Vorfall gingen Bohrer zufolge keine Hinweise beim Polizeiposten Haslach ein.

"Die Kugel hat er sich wohl selbst rausgebissen." Anke Schindler
Am zweiten Weihnachtstag wurde der Kater noch mal angeschossen, diesmal traf es das rechte Vorderbein. "Die Kugel hat er sich wohl selbst rausgebissen", sagt seine Besitzerin. Weil weder sie noch die Tierärztin sich 100-prozentig sicher gewesen sei, dass es sich um eine Schussverletzung handelt, habe sie den Vorfall vorerst nicht angezeigt. Zuhause habe sie aber einen Knubbel gespürt, woraufhin ein neues Röntgenbild angefertigt wurde. Darauf ist im Oberschenkel ein Projektil zu sehen. Schindler erstattete im Januar Anzeige.

Werbung


In Weil am Rhein wurde ein Kater fünfmal angeschossen

Nach Angaben von Polizeisprecherin Bohrer werden in Freiburg jährlich zwischen 50 und 60 Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zur Anzeige gebracht. Der Polizei seien keine weiteren Fälle aus dem vergangenen oder diesem Jahr bekannt, bei der eine Katze angeschossen wurde. Auch die Leiterin des Tierheims in Lehen, Tina Majdecki, spricht von Einzelfällen. In Weil am Rhein wurde in dieser Woche ein Fall bekannt, bei dem ein Kater gar fünfmal angeschossen wurde.

Besitzerin glaubt, dass es jemand "gezielt auf Sammy oder Katzen abgesehen" hat

Im Fall Sammy hat die Polizei nicht viel Hoffnung auf Aufklärung: Zum einen lägen die Vorfälle lange zurück; zum anderen handle es sich bei Sammy um einen Freigänger. Man wisse nicht, wo genau er sich aufgehalten hat. Deshalb bekommt der Kater bald einen GPS-Sender ans Halsband, sagt Anke Schindler. Majdecki rät, das Tier nachts nicht rauszulassen.

Zwar geht es Sammy wieder gut, sagt seine Besitzerin; doch das Projektil stecke noch immer in seinem Oberschenkel, von einer erneuten Narkose habe der Tierarzt abgeraten. Wer dem Tier das angetan hat, dafür hat auch Schindler keine Erklärung, sagt sie. "Zweimal die gleiche Katze anzuschießen, ist schon seltsam." Sie glaube, dass es jemand "gezielt auf Sammy oder Katzen abgesehen" hat.

Hinweise nimmt das Polizeirevier Freiburg-Süd unter Tel. 0761/882-4421 entgegen.

Mehr zum Thema:

Autor: Sina Gesell