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30. Dezember 2011

Saubere Energie

Lilian Schuster und ihre Mitschüler wurden für ihr Engagement ausgezeichnet.

  1. Lilian Schuster Foto: Michael Bamberger

Der 13. November war für Lilian Schuster der Höhepunkt des Jahres 2011. An diesem Sonntag haben die 16-jährige Freiburgerin, elf andere Schülerinnen und Schüler vom Deutsch-Französischen Gymnasium (DFG) und die Lehrerin Hildegard Bayerlander-Thoman einen mit 5000 Euro dotierten Sonderpreis bei der Verleihung des Georg-Salvamoser-Preises 2011 erhalten.

Genau genommen haben die Juroren die Schülerfirma Scolaire des Vereins zur Förderung regenerativer Energien am DFG ausgezeichnet, die Beteiligungskapital gesammelt hat, um Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Schulgebäudes mit einer Leistung von knapp 55 Kilowattpeak (kWp) installieren zu können, womit sich etwa 15 durchschnittliche Haushalte mit Strom versorgen lassen. Lilian Schuster engagiert sich in dieser Firma.

Tief beeindruckt war sie von der Rede des Physikers Ernst Ulrich von Weizsäcker, und zwar davon, wie verständlich und anschaulich er den Zusammenhang zwischen dem menschlichen Tun und dem Klimawandel erklärt hat. "Er hat mich mit seinen Worten darin bestärkt nach dem Abitur ein naturwissenschaftliches Fach zu studieren", sagt sie. Gefallen hat Lilian auch, mit welcher Selbstverständlichkeit und Freundlichkeit der Wissenschaftler auf sie und ihre Mitstreiter zugegangen war. "Wir fühlten uns auf Augenhöhe." Insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen engagieren sich bei der Scolaire, wobei Lilian Schuster zur Gruppe der besonders aktiven zählt. Begleitet von Hildegard Bayerlander-Thoman und dem Physik- und Mathematiklehrer Daniel Bohn haben sie eine bereits 2004 installierte kleine 1,2-kWp-Solaranlage in zwei Schritten erweitert. Investiert wurden insgesamt 250000 Euro, wobei Lehrer, Eltern und andere Leute, die mit der Schule verbunden sind, 150000 Euro direkt investiert haben und 100000 Euro mit einem Bankdarlehen finanziert wurden.

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Für das Jahr 2010 schüttete Scolaire die vertraglich vereinbarte Verzinsung von drei Prozent aus. Lilian Schuster engagiert sich, weil sie davon überzeugt ist, dass der Umweltschutz und vor allem der Klimaschutz dann wirksam ist, wenn möglichst viele Menschen mitmachen, selbst wenn sie nur kleine Schritte gehen.

Dass die Schülerfirma beim Georg-Salvamoser-Preis erfolgreich sein würde, hat die Schüler allerdings total überrascht. "Der Preis war ja bundesweit ausgeschrieben. Und wir dachten, da würden eher Leute und Initiativen zum Zug kommen, die sich schon ihr ganzes Leben lang dafür einsetzen", sagt Lilian. Möglicherweise wollten die Juroren die jungen Leute genau dazu ermuntern. Bestätigt sehen sie sich auf jeden Fall. Das Preisgeld werden sie für neue Projekte ausgeben. Zusammen mit Schülern aus Besançon haben sie begonnen, ein Konzept zur Nutzung von Windkraft zu erarbeiten. Auch eine Studienfahrt ist angedacht.

Autor: Silvia Faller