Quartiersgeschichte

Schüler erarbeiten den Freiburger Osten im Wandel der Zeit

Felix Roll, Simona Eftimova

Von Felix Roll & Simona Eftimova

Fr, 18. Januar 2019 um 09:15 Uhr

Wiehre

Achtklässler des Deutsch-Französischen Gymnasiums haben sich mit den Hintergründen stadtbildprägender Bauwerke beschäftigt. Eine Ausstellung zeigt das Ergebnis ihrer Arbeit.

Seit einem halben Jahr arbeiten Schülerinnen und Schüler des Deutsch-Französischen Gymnasiums (DFG) an ihrem Projekt, mit Infotafeln über den historischen Wandel der Quartiere Oberwiehre, Oberau und Waldsee im Freiburger Osten zu informieren. Zudem haben die Achtklässler mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule (PH) Kurzfilme zu wichtigen Bauwerken gedreht, die über einen QR-Code auf den Infotafeln per Smartphone abrufbar sind. Das Projekt wird jetzt in einer Ausstellung im "Zentrum Oberwiehre" (ZO) präsentiert.

"Früher war alles anders", sagt der 13-Jährige Marinus Schüssler, der mit seinem Mitschüler Dorian Belart an einem Aspekt des Projekts "Krise – Umbruch – Aufbruch: Unser Stadtteil wandelt sich" gearbeitet hat. Sie haben sich mit dem Thema "Wasserversorgung" beschäftigt. "Ich habe ein Plakat mit Infos über das Freiburger Wasserschlössle erstellt. Darauf wird gezeigt, warum genau das für die Wasserversorgung genommen wurde", erzählt Dorian, der nun vieles weiß über den – wie ein kleines Schloss gestalteten – Hochbehälter im Sternwald, von dem aus Teile Freiburgs bis heute mit Trinkwasser versorgt werden. Die von den Schülern angefertigten Plakate, die im ZO von der Decke hängen, geben einen Überblick über die Historie der Quartiere. Dafür haben die Achtklässler Experten interviewt und historisch wichtige Orte besucht.

Die Gewinner des Wettbewerbs reisen nach Berlin

Das Schulprojekt ist im Rahmen des Geschichtswettbewerbs "Krise – Umbruch – Aufbruch" unter Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier entstanden, an dem jedes Jahr junge Menschen mit ihren Forschungsprojekten teilnehmen. Der Gewinner darf sich auf eine Reise nach Berlin freuen. Vor zwei Jahren wurden Schüler des DFG mit einem Landespreis ausgezeichnet und nach Stuttgart eingeladen. "Es bis nach Berlin zu schaffen, wäre natürlich ein Traum...", erzählt Frank Hack, der Geschichtslehrer der 8 a, am Rand der Ausstellungseröffnung. Die Idee für das Projekt sei schon vor einem Jahr entstanden. Finanzielle und ideelle Unterstützung gab es von der Stadt Freiburg, dem Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee und weiteren Institutionen. Seit September letzten Jahres arbeiten die Schüler daran.

Kurzfilme lassen alte Zeit aufleben

Das Besondere am Konzept sind die Infotafeln mit den sogenannten QR-Codes, die nach Ende der Ausstellung auf jedem der vorgestellten Bauwerke – darunter die Stadthalle, das ehemalige Kloster Kartaus, die Brauerei Ganter und die Schwabentorbrücke – zu finden sein werden. Wenn man den Code mit seinem Handy scannt, wird ein Kurzfilm über die Vergangenheit des Gebäudes gezeigt. Jeden Film wird es in deutscher und französischer Version geben.

Gedreht wurden die Kurzfilme von den Schülern mit Hilfe von Studierenden der Pädagogischen Hochschule. Drei Lehramtsstudenten und eine -studentin haben die insgesamt acht Gruppen betreut. Den Kurzfilm über das Wasserschlössle zu drehen und zu schneiden war für Dorian Belart das Spannendste am Arbeitsprozess. Für seinen Mitschüler Lucas Glück war die Zusammenarbeit mit den Studenten besonders interessant: "Ich fand es am besten, als Gruppe zu arbeiten und einen Blick in das studentische Leben zu bekommen." Das Wichtigste, was die Schüler gelernt haben, fasst DFG-Schulleiter Johannes Remmer so zusammen: "Geschichtsunterricht kann sehr lebendig sein".
Informationen zur Ausstellung

Die Ausstellung "Krise – Umbruch – Aufbruch: Unser Stadtteil wandelt sich" wird noch bis Freitag, 8. Februar, im Erdgeschoss des "Zentrums Oberwiehre", Schwarzwaldstraße 78, zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.

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