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09. Juli 2009 10:43 Uhr

Bärenstarker Trend

Landwirte mögen Schwarze Johannisbeeren

Im Breisgau werden derzeit auf 100 Hektar Schwarze Johannisbeeren kultiviert – und zwar zur Saftherstellung. Die Anbaufläche wächst seit Jahren. Aber wieso werden südbadische Beeren in Meran verarbeitet?

  1. Schwarze Johannisbeere werden immer beliebter. Foto: Siegfried Gollrad

Viele Leute dürften die Schwarze Johannisbeere allenfalls mit dem Aperitif Kir Royal in Verbindung bringen, wozu Johannisbeer-Likör mit Champagner vermischt wird. Die Frucht mit einem bemerkenswert hohen Vitamin-C-Gehalt ergibt jedoch auch einen leckeren Saft. Für diesen Verwendungszweck kultivieren Landwirte aus dem Breisgau eine Fläche von 100 Hektar zwischen Waldkirch und Ihringen.

WAS FÜR EIN AROMA!

Eine fruchtig-beerige Duftwolke hängt über der Feldflur. In Buchholz, einem Ortsteil von Waldkirch, ist Johannisbeerernte. Die Kulturen des Obsterzeugers Karl-Josef Kury sind an der Reihe. 25 Stunden lang laufen die drei vollautomatischen Erntemaschinen auf Kurys Feldern von insgesamt 30 Hektar in Buchholz und Nachbarorten – rund um die Uhr, Tag und Nacht. In Transportbehältern aus Edelstahl gelangen die Beeren vom Feld nach Gottenheim, wo sie auf dem Aussiedlerbetrieb von Herbert Maucher eingemaischt (gequetscht) und gekühlt werden. Bei vier Grad Celsius geht es weiter im Kühlwagen nach Meran in Südtirol. Dort, in den Hallen des Saftherstellers Zipperle wird die Beerenmaische gepresst, sterilisiert und abgefüllt.

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RENTABLES GESCHÄFT

Wieso werden südbadische Beeren in Meran verarbeitet? Anfang der 90er Jahre brachte ein Safthersteller aus Württemberg hiesige Landwirte dazu, Johannisbeeren zu kultivieren. Schon nach einem Jahr stellte er aber die Erfassung ein und die Landwirte mussten sich nach einem anderen Abnehmer umsehen. Bei Zipperle stießen sie auf Interesse. Das Unternehmen wollte jedoch mit der Raiffeisen-Genossenschaft Agil aus dem niedersächsischen Leese kooperieren, die ebenfalls Schwarze Johannisbeeren erfasst und in Meran abfüllen lässt.

1994 nahm Agil dann erstmals Landwirte im Breisgau unter Vertrag und organisiert seither Ernte und Transport. Garantiert ist derzeit eine Abnahme von insgesamt 540 Tonnen (der Durchschnittsertrag auf den 100 Hektar Anbaufläche). Ein rentables Geschäft. Polen ist mit 25 000 Hektar das bedeutendste europäische Anbauland für Schwarze Johannisbeeren. Die deutschen Erzeuger bringen es auf insgesamt 5000 Hektar. Ähnlich groß sind Anbauflächen in den Niederlanden, Belgien, Dänemark und Großbritannien.

HOHE ZUCKERWERTE

Der Anbau im Breisgau ist langsam, aber anhaltend gewachsen, der Nachfrage der Südtiroler Kellerei folgend. Wie der Wein aus der Region bringen es auch Schwarze Johannisbeeren aus Südbaden auf recht hohe Zuckerwerte.

Der Anbau anderer Strauchbeerenarten wie Himbeere, Stachelbeere und Brombeere für den Frischmarkt wächst ebenfalls kontinuierlich. Das Vertriebsunternehmen OGS des genossenschaftlichen Erzeugergroßmarktes Südbaden (Egro) mit Sitz in Vogtsburg-Oberrotweil hat den Absatz seit 2003 bei den verschiedenen Arten um jeweils 30 bis 50 Prozent gesteigert auf insgesamt 350 Tonnen im vergangenen Jahr. "Beerenobst von guter Qualität ist gefragt und wird gut bezahlt", erklärt Egro-Anbauberater Hubert Schneider.

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Autor: Silvia Faller