Weingarten

Skater-Anlage im Dietenbach-Park: Erster Bauabschnitt offiziell eröffnet

Christian Engel

Von Christian Engel

Mi, 06. Mai 2015

Freiburg

Wo Hindernisse glücklich machen: Nach elf Jahren Vorlaufzeit ist der erste Bauabschnitt der Skater-Anlage im Dietenbach-Park offiziell eröffnet.

Die lange Hose sitzt tief, das weiße Shirt schlabbert, die schwarzen Haare kleben auf der Stirn. Lässig klemmt sich Fabian Surber das Skateboard zwischen Hand und Hüfte. In übergroßen Skater-schuhen setzt der Student auf dem rauen Griptape stehend wieder zu ein paar Sprüngen an. Auf der neuen Skate-Anlage im Dietenbach-Park in Freiburg-Weingarten, die nun endlich errichtet worden ist, scheint der 26-Jährige keine Zeit mehr verlieren zu wollen.

In den vergangenen elf Jahren waren dem Skatepark viele Hindernisse in den Weg gestellt worden. Nun wurden in jenem neuerbauten Skatepark viele Hindernisse in den Weg gestellt – und die Skater sind glücklich darüber. Schräge Mauern stehen mitten im Gelände, kantige Treppenstufen führen auf eine höhergelegene Plattform, Stangen glitzern über flirrendem Betonboden, klobige Straßenabsperrungen müssen keine Straßen mehr sperren, sondern sich von kickflippenden Jugendlichen überfahren lassen.

Während manche Spaziergänger ob des für sie seltsamen Anblicks mit den Köpfen schütteln, blühen die Skaterherzen auf. Mit ihren Boards, BMX-Rädern oder Scootern schanzen sie über die "Obstacles" (skaterdeutsch: Hindernisse), gleiten über sie hinweg, prahlen mit Pop Shove-its, Ollies und Nollie Treflips, bleiben an Kanten hängen, reißen sich die Knie auf und jubeln sich gegenseitig zu, wenn ein Trick gelingt. "Es gibt hier so viele Möglichkeiten: Ledges, Curbs, Wallrides", zählt Surber ein paar skate-interne Fachbegriffe auf. "Die Anlage ist super geworden."

2004 entstand unter einigen Freiburger Skate-Jüngern der Wunsch nach einer eigenen Anlage. Mosernde Anwohner, Finanzierungsfragen und zu wenig Lobby machten den Vorschlägen und Sehnsüchten stets einen Strich durch die Rechnung. Die 2009 gegründete Initiative "Skatement" brachte neuen Schwung in die Hüften. "Wir Skater waren am Aushungern", erinnert sich Skatement-Mitglied Merlin Brauns an die dürren Jahre. "Es musste unbedingt etwas geschehen." Ein bisschen Öl im politischen Kugellager hätte dem Prozess nicht geschadet. So zog sich die Standortsuche und Planung über etliche, für viele Skater unbefriedigende Jahre hin.

Der erste der vier Bauabschnitte ist nun fertig und eröffnet. Die Eugen-Martin-Stiftung steuerte 90 000 Euro bei, 85 000 Euro kamen von einem der Stadt übertragenen Nachlass. Wie die weiteren 425 000 Euro für die noch fehlenden Snakeruns, Bowls und Streetelemente aufzutreiben sind, bleibt noch zu klären. Horst Zipse, Vorstandsvorsitzender der Eugen-Martin-Stiftung, versicherte bei der Eröffnung am Montag jedenfalls, dass man das Vorhaben weiterhin unterstützen werde, vorausgesetzt, "dass die Projektverantwortlichen die Hälfte der notwendigen Mittel selbst aufbringen".

Das Dietenbachgelände ist um eine Attraktivität reicher

Größer müsse die Anlage auf jeden Fall noch werden, meint Daniel Feser. "Ständig besteht Gefahr, dass man mit anderen kollidiert", sagt der 13-Jährige, der sich zudem über einen Sonnenschutz freuen würde. Der Grundschüler Henri Ganswindt sitzt derweil mit seinen Kumpels am Rand und schaut sich bei den Älteren ein paar Tricks ab. Mutter Josephine findet die Anlage gelungen: "Die Lage ist super, das Dietenbachgelände wird attraktiver, die Kinder können ein bisschen fahren – perfekt."

Für Fabian Surber und seine Skate-Kumpels hat sich das ständige Anrennen und Anfragen der vergangenen Jahre gelohnt. "Wir Skater haben nun endlich unser eigenes Gelände, wo wir uns austoben können", sagt der Student. Schweiß soll in Zukunft nur noch für Frontside Tailslides, Drop Ins und Bigspins fließen.