Entwürfe

So könnte der Stadtteil Dietenbach einmal aussehen

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Sa, 03. Februar 2018 um 19:33 Uhr

Freiburg

Wie soll Freiburgs neuer Stadtteil aussehen? Vier Entwürfe aus dem städtebaulichen Wettbewerb geben überzeugende Antworten. Ab Montag können alle Entwürfe besichtigt werden.

Dietenbach nimmt langsam Form an: Die erste Runde des städtebaulichen Wettbewerbs für den neuen Stadtteil ist gelaufen. Die vier überzeugendsten Entwürfe hat das Preisgericht am Freitag aus einer hochkarätigen Bewerberschar ausgewählt – einer der vier wird im Herbst das Rennen machen und vorgeben, wie Dietenbach einmal aussehen wird.

"Das war", sagt Franz Pesch, Stadtplaner und Vorsitzender des Preisgerichts, "Bundesliga und Champions League der Stadtplanung." 28 Büros von Städte- und Landschaftsplanern aus dem In- und Ausland hatten beim Wettbewerb mitgemacht, ein 36-köpfiges Preisgericht hat sie alle am Freitag bewertet – zwölf Stunden lang, von neun bis neun.

Vier Entwürfe sollen weiterentwickelt werden

Die Pläne, die diese Büros machten, sollten Vorschläge für die Gestaltung des neuen Stadtteils sein. Wo entlang soll die Straßenbahn verlaufen? Besser große Plätze oder Innenhöfe? Wie viele Hochbauten verträgt das Quartier? Was ist die richtige Mischung von Gebäudetypen? "Es ist keine einfache Situation in der Dietenbachaue", so Pesch. Hier muss das Problem mit dem Hochwasser gelöst werden, die B31 produziert Lärm, der neue Stadtteil soll urban sein, aber dennoch in die Landschaft passen. Vier Entwürfe haben die Jury so überzeugt, dass sie ausgesucht wurden und weiterentwickelt werden sollen.

Nummer eins: Das Freiburger Büro K9 Architekten mit dem Büro Latz+Partner Landschaftsarchitektur Stadtplanung aus dem oberbayerischen Kranzberg schlägt vor, entlang des Dietenbachs und des Käslebachs erweiterte Erholungszonen zu schaffen, das Gelände so zu unterteilen und dazwischen Quartiere mit unterschiedlichen Wohnformen zu platzieren. An den Eingängen zum Stadtteil sollen einzelne höhere Bauten stehen.

Nummer zwei: Das Berliner Studio Wessendorf mit dem Berliner Atelier Loidl Landschaftsarchitekten konzentriert sich mit seinem Entwurf auf die Verbindung zum benachbarten Stadtteil Rieselfeld: Die Schulen sind so angeordnet, dass sie wie ein Keil ins Quartier ragen. An der Spitze des Keils befindet sich ein zentraler Platz, der sich zu den Dietenbachauen hin weitet. Alle Gebäude haben private Innenhöfe.

Nummer drei: Der Entwurf von Hosoya Schaefer Architects aus Zürich mit Agence Ter Landschaftsarchitekten, Karlsruhe/Paris, hat das Motto: "Unsere Nachbarschaften in Dietenbach". Auch hier sind Dietenbach und Käslebach als Naherholungszonen gestaltet, das Leitmotiv aber sind Blocks, in denen sehr gemischte Wohntypen nebeneinander existieren.

Nummer vier: Das Hannoveraner Büro Cityförster architecture+urbanism schließlich hat mit Felixx Landscape Architects&Planners aus Rotterdam und R+T Ingenieure Verkehrsplanung, Darmstadt, zusammengearbeitet. Sie modellieren eine "Quartierslandschaft Dietenbach": eine lockere, gar nicht rechtwinklige Ansammlung von bunt gemischten Gebäudetypologien, die Straßenbahn fährt mitten durchs Gebiet. Die Wohnformen sind dabei streng sortiert.

"Alle Konzepte atmen Landschaft und Freiraum", sagt Juryvorsitzender Pesch. Dietenbach sei einer der größten Flächen für Wohnungsbau, die gerade in Deutschland entwickelt würden, vielleicht hätten deshalb so viele und hochkarätige Büros am Wettbewerb teilgenommen. Und: "Im Vergleich ist das keine besonders komplizierte Fläche", so Pesch.

Nun, sagt Baubürgermeister Martin Haag, wird jedes der vier ausgewählten Büros seinen Entwurf überarbeiten – die Kritikpunkte hat die Jury ihnen mitgegeben. Es wird nun darum gehen, Verkehrs- und Energieplanung zu machen und darüber nachzudenken, wie preiswerter Wohnungsbau entstehen kann. "Im Herbst soll der Sieger feststehen", so Oberbürgermeister Dieter Salomon. Baubeginn könnte dann im Jahr 2023 oder 2024 sein.
Besichtigungen

Ab Montag, 5. Februar 2018, können alle Entwürfe besichtigt werden.

Die Preisträger sind im Erdgeschoss des neuen Rathauses im Stühlinger, Raum Roßkopf, ausgestellt. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 7.30 bis 18 Uhr, freitags von 7.30 bis 16 Uhr, samstags von 9 bis 12.30 Uhr.

Alle anderen Entwürfe sind im alten Gebäude des Technischen Rathauses im Untergeschoss zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 7.30 bis 16.30 Uhr, freitags von 7.30 bis 15.30 Uhr.

Beide Ausstellungen gehen am 22. Februar zu Ende.

Infoveranstaltung am Donnerstag, 1. März, von 18 bis 20.30 Uhr im Bürgerhaus Zähringen, Lameystr. 2. Baubürgermeister Martin Haag und Rüdiger Engel, der Leiter der Projektgruppe Dietenbach, werden die Entwürfe vorstellen und erläutern.

Mehr zum Thema: