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08. März 2016

AWO

Spatenstich für neue Seniorenwohnungen in Weingarten

Ein Haus mit 32 neuen betreuten Wohnungen in Weingarten ist der Startschuss für ein groß angelegtes Projekt der Arbeiterwohlfahrt.

  1. Und los: Der AWO-Vorsitzende Hansjörg Seeh (dritter von links) neben Minister Nils Schmid, der SPD-Landtagsabgeordneten Gabi Rolland und Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach. Foto: Ingo Schneider

Spatenstich in Weingarten: Das Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) bekommt einen Neubau mit 32 Ein- und Zweizimmerwohnungen. Das Haus hat eine wichtige Funktion für ein noch größeres Bauprojekt: Wenn die Wohnungen fertig sind, ziehen nach und nach die Bewohner aus den benachbarten Gebäuden um, die dadurch frei werdenden Teile der alten Wohnanlage aus den 1970er Jahren werden saniert und ausgebaut.

"Vor etwa 42 Jahren stand ich schon mal hier", erinnerte sich der AWO-Vorsitzende und ehemalige Freiburger Sozialbürgermeister Hansjörg Seeh. Damals weihte er als junger Geschäftsführer der AWO die Weingartener Wohnanlage für Senioren in der Sulzburger Straße 2 – 6 ein. Dass er nun wieder zum Spaten greifen könne, "spricht für die Kontinuität der AWO – und für meine Leistungsfähigkeit...", so Seeh. Man habe sich damals bewusst für Weingarten entschieden, weil dort bezahlbarer Wohnraum für Senioren besonders gebraucht worden sei. Das gelte heute umso mehr.

Etwa 5,5 Millionen Euro soll der Neubau auf einem ehemaligen Parkplatz neben der bestehenden Anlage kosten. Rund 4,4 Millionen Euro werden mit einem Darlehen aus dem Wohnraumförderprogramm des Landes finanziert, das die L-Bank für 25 Jahre zinsfrei zur Verfügung stellt, die restlichen 1,1 Millionen Euro sind Eigenmittel der AWO. Die "nicht unkomplizierte Finanzierung" wäre ohne Förderung des Landes Baden-Württemberg nicht möglich gewesen, sagte Seeh.

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Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD), der am Montag auf Wahlkampftour in Freiburg unterwegs war, übergab den Förderbescheid noch einmal persönlich: Das Geld sei gut angelegt, Wohnen dürfe nicht zum Luxus werden. Durch solche Projekt "gewinnt das Land an Lebensqualität", so der Minister.

163 Wohnungen für betreutes Wohnen sowie 46 Pflegeplätze in Einzel- und Doppelzimmern gibt es bisher in der Anlage. Wenn im Sommer 2017 das neue Gebäude fertig ist, zieht die Hälfte der Bewohner aus dem benachbarten Haus 6 dorthin um, die frei werdenden Wohnungen werden saniert, in diese ziehen andere Bewohner, deren Wohnungen dann saniert und werden, und so fort. Im Jahr 2022 sollen alle Umzüge und Bauarbeiten des insgesamt 23 Millionen Euro teuren Sanierungs- und Ausbauprojekts abgeschlossen sein. Dann wird das Seniorenzentrum über 165 sanierte und 32 neue Wohnungen und über 74 Pflegeplätze verfügen – letztere nur noch in Einzelzimmern, denn Doppelzimmer sind in Baden-Württemberg ab 2019 nicht mehr erlaubt. Der Raum für die zusätzlichen Pflegeplätze wird durch den Ausbau von Attika-Dachgeschossen geschaffen.

Das Vorhaben sei wirklich ein Großprojekt, sagte der Freiburger Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD). Wohnungen und Pflegeheim böten "ältere Menschen in verschiedenen Lebenssituationen Heimat". Das "Konzept der offenen Türen" habe sich bewährt, nicht zuletzt durch die integrierte Begegnungsstätte. 90 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnanlage kämen aus Weingarten.

Der Sozialbürgermeister betonte, dass ein riesiger Bedarf an günstigen Seniorenwohnungen in Freiburg bestehe: Von 1700 bestehenden Wohnungen seien 1300 öffentlich gefördert. "Von diesen fallen aber in den nächsten zehn Jahren 44 Prozent aus der Förderung heraus", so von Kirchbach: "Das liegt mir im Magen – an diesem Problem müssen wir gemeinsam mit dem Land arbeiten"

Autor: Thomas Goebel