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03. Mai 2017

Photovoltaik

Stadt Freiburg startet Kampagne für mehr Solarstrom von privaten Dächern

Ihr Ruf war in den vergangenen Jahren etwas verblasst. Nun zeigt eine Studie des Umweltschutzamtes der Stadt, dass sich Photovoltaik-Anlagen ökologisch wie ökonomisch zweifellos lohnen. Die Stadtverwaltung startet für 80000 Euro nun eine Kampagne, um Hausbesitzer zu motivieren.

  1. Katharina Schäfer (links) und Diana Sträuber unterstützen mit ihrem mobilen Modellhaus die Stadt bei der Kampagne. Foto: Ingo Schneider

  2. Mit der Sonne lässt sich Geld verdienen. Foto: Michael Bamberger

"Freiburg war mal Solarstadt. Vor zehn Jahren war das noch ein Selbstläufer und Photovoltaik auf dem Dach sexy und attraktiv", sagt Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik. Doch in den vergangenen Jahren habe die Beliebtheit in der Bevölkerung beim Thema Solarenergie deutlich abgenommen. "Der Boom ist schon seit fünf Jahren vorbei", sagt auch Klaus von Zahn. Die dramatischen Rückgänge des Zubaus seit 2012 haben nach Einschätzung des Leiters des Umweltschutzamtes vor allem mit der Unsicherheit bei den Hausbesitzern zu tun. Grund dafür seien vor allem die Novellen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Bei Reformen wurde das Fördersystem mehrfach geändert.

"Viele hatten das Gefühl, dass sich eine Anlage auf dem eigenen Dach nicht wirklich rechnet", sagt von Zahn. Seine Behörde hat nun eine Studie zur Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen in Freiburg in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Egal für welches Modell man sich entscheidet, bei einem Einfamilienhaus lohnt es sich in jedem Fall. "In zehn bis 15 Jahren haben die Leute das Geld zurück und können dann selbst richtig daran verdienen", sagt von Zahn. Ein eigenes Solardach amortisiere sich wegen der Erlöse durch Netzeinsparung.

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Attraktiv sei eine Installation derzeit auch deshalb, weil die Anlagepreise drastisch gesunken seien. Nun versucht die Stadtverwaltung mit der Kampagne "Dein Dach kann mehr" ein Jahr lang in der Stadt für die Installation von PV-Anlagen zu werben. "Die Dächer haben Potenzial, das wir nutzen sollten", sagt Stuchlik und von Zahn ergänzt: "Das ist eben nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll." Mit dem von der Bundesregierung geplanten Mieterstromgesetz könne man in Zukunft auch Mehrfamilienhäuser ansprechen, die Kampagne ziele jedoch zunächst auf Einfamilienhäuser. Die Stadt nutzt dafür Mittel aus dem Klimaschutzfonds in Höhe von 80 000 Euro. Mitarbeiter der Energieagentur Regio Freiburg bieten neben Infoveranstaltungen und Workshops auch kostenlose Beratungen angeboten. Zudem sollen Bürger auf Hocks und auf der Straße angesprochen werden. "Wir wollen mit unserem gläsernen Solarhaus als Blickfang im Stadtbild präsent sein", sagt Diana Sträuber vom Förderverein Energie- und Solaragentur Regio Freiburg, die mit Katharina Schäfer die Stadt unterstützt.

Auch andere Städte im Umland seien bereits interessiert. "Das könnte sich zu einer regionalen Kampagne ausweiten", sagt von Zahn. Und vielleicht spielt Freiburg beim Thema Solarenergie wie in der Vergangenheit wieder einmal eine bundesweite Vorreiterrolle. Kommende Woche auf dem Städtetag ein Tagesordnungspunkt die Wirtschaftlichkeit von Solarzellen für private Haushalte sein.

Mehr Infos zu den kostenlosen Beratungen und aktuelle Veranstaltungen zum Thema im Internet auf http://www.freiburg.de/PV

Autor: Fabian Vögtle