Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

19. August 2010

Streit um Werbekosten für die Umweltpolitik

Die CDU-Fraktion kritisiert die Öffentlichkeitsarbeit im Dezernat von Bürgermeisterin Stuchlik als teuer und ineffektiv.

Es ist eine Art Pingpong, das hier gespielt wird zwischen der CDU-Fraktion im Gemeinderat und Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik. Den vorerst letzten Schmetterball servierten die Kommunalpolitiker Anfang August: Sie forderten, Werbekosten in Stuchliks Dezernat einzusparen und dafür die Förderung der Altbausanierung zu erhöhen.

Begonnen hatte das Ganze Ende vergangenen Jahres. Um Besitzer von Altbauten zu animieren, ihre Gebäude energetisch zu sanieren, wollte die CDU die Fördermittel dafür auf 700 000 Euro aufstocken; derzeit sind 450 000 Euro im städtischen Topf. Begründung: Damit die Stadt ihr Klimaschutzziel erreicht – 40 Prozent weniger CO2 bis zum Jahr 2030 – müssten gerade Altbauten besser gedämmt werden. Allein, um den Topf aufzufüllen ist eigentlich kein Geld da.

Was tun? An anderer Stelle sparen, meint die CDU: Die Werbekampagnen der Stadt im Umweltbereich seien teuer und ineffektiv. Zum Beispiel die "Prima Klima"- oder "CO2libri"-Kampagne, bei der blaue Bälle durch die Stadt und gelegentlich bei Spielen des SC auch durchs Stadion gerollt wurden. "Das ist doch lächerlich", meint CDU-Stadtrat Daniel Sander, "in China produzierte Bälle, die mit hohem CO2-Ausstoß nach Freiburg transportiert werden – mit dem Geld hätte man Besseres anfangen können." 250 000 Euro hatte der Gemeinderat für die Kampagne bewilligt. Nun wollte die CDU mal grundsätzlich wissen, wie viel Geld für Öffentlichkeitsarbeit in den Jahren 2007, 2008 und 2009 ausgegeben wurde.

Werbung


Die erste Antwort des Dezernats war eher allgemein. Die CDU hakte nach. Dann war erst mal Schweigen. Die CDU fragte wieder. Dann kam eine größere Auflistung. Die CDU fragte genauer nach. Erst im Juni lieferte das Dezernat eine detaillierte Aufstellung – und die Antwort ließ die Fraktion wieder ratlos zurück. Tatsächlich sind die Kosten schwierig zu überblicken. Einen Teil der Öffentlichkeitsarbeit macht die Stadtverwaltung selbst – etwa Flyer oder Broschüren –, Anderes machen Agenturen wie etwa die Pflege des Internetauftritts der "CO2libri-Kampagne" – für mehr als 21 000 Euro jährlich. "Das Geld ist verpufft", meint Stadtrat Sander.

Umweltbürgermeisterin Stuchlik findet das nicht. Sie verweist darauf, dass die CDU die Kampagne selbst gefordert hatte. "Man kann sich gerne zusammensetzen und das bewerten", sagt Stuchlik, "aber wir hatten den Auftrag, das zu machen." Bei der Werbung für Umweltschutz müsse man viele kleine Schritte gehen, um möglichst viele unterschiedliche Menschen anzusprechen: Beim SC etwa könne man Menschen sensibilisieren, die man anderswo nicht erreiche. Stuchlik: "So kommen wir Schritt für Schritt voran." Wenn nun aber der Gemeinderat das Geld für Öffentlichkeitsarbeit lieber in energetische Sanierung stecken wolle, "dann kann man das beschließen". Wie sie denn die blauen Bälle findet? Stuchlik: "Das Gesamtpaket ist gut, und ,CO2libri‘ ist ein Teil davon."

Autor: Simone Lutz