Freiburg

Umlandgemeinden suchen Alternativen für VAG-Busse

niv, gln, mor

Von Nikola Vogt, Andrea Gallien & Moritz Lehmann

Mi, 05. Juli 2017 um 20:03 Uhr

Freiburg

Bislang profitieren Gundelfingen, Merzhausen, Horben und Au von den VAG-Bussen aus Freiburg. Doch die Kostensteigerungen sind mit den Geldbeuteln der Gemeinden wohl kaum vereinbar.

Es müssen neue Lösungen her. Der Horbener Gemeinderat hat sich erst einmal entschlossen, seine Buslinie 21 durch Großraumtaxen ersetzen zu wollen – was zu reichlich Kritik aus der Bürgerschaft führt. Merzhausen und Au basteln an einer gemeinsamen Buslösung mit weiteren Hexentalgemeinden. Und auch Gundelfingen ist auf der Suche nach Alternativen.

In Horben schlägt der Wegfall der Buslinie 21 hohe Wellen. Diese fährt mit der Anbindung der Gemeinde Horben zwischen Talstation Schauinslandbahn und Haltestelle Horben Rathaus ein Minus von 115 000 Euro ein. Geld, das die kleine Gemeinde laut Bürgermeister Markus Riesterer nicht zahlen könne. Doch unter anderem Schule, Kindergarten und Tourismusverein zeigen sich empört darüber, dass der Bus nun durch Taxen ersetzt werden soll. Sie haben Angst, von Freiburg abgehängt zu werden.

Bürgermeister Riesterer erklärte, dass derzeit noch weitere Verhandlungen liefen. So sei in der kommenden Woche ein Termin mit dem VAG-Vorstand geplant. Optimal wäre es, so Riesterer, wenn zu Stoßzeiten ein Großbus führe. Gruppen – Wanderer wie Schulklassen – die außerhalb der Stoßzeiten unterwegs sind, müssten sich vorher anmelden, wie andernorts auch. Riesterer sagt aber auch: "Bislang hat sich noch kein einziges Busunternehmen bereit erklärt, die Strecke nach Horben zu fahren. Sowohl die Anfragen von der Verwaltung Horben als auch über die VAG wurden negativ beschieden."

Auf eine regelmäßige Busanbindung möchten auch die Hexentalgemeinden Merzhausen und Au nicht verzichten. Dort ist es bislang so, dass sowohl die VAG-Linie 12 als auch die Linie 7208 der Südbadenbus GmbH (SBG) die Verbindung zwischen Freiburg und Hexental sicherstellt. Falle die Linie 12 nun weg, könne die SBG stattdessen ihre Taktung erhöhen. Das Unternehmen hat angeboten, zu Schulzeiten montags bis freitags acht zusätzliche Fahrten zwischen Freiburg und Hexental zu übernehmen. An Samstagen wären es neun weitere Fahrten. Diese Extra-Fahrten würden dann aber nicht nur zwischen Freiburg und Au stattfinden, sondern auch Sölden und Wittnau miteinschließen. Alle vier Hexentalgemeinden würden sich verteilt nach Einwohnerzahl die Kosten hierfür teilen.

Insgesamt liegen sie bei 59 000 Euro. Das Angebot befindet sich gerade noch in der Abstimmung zwischen den Gemeinden. Für Au, Sölden und Wittnau würde es durch das neue SBG-Angebot mehr Fahrten als bisher geben. Für Merzhausen sind es durch den Wegfall der Linie 12 weniger Fahrten als bislang.

Ganz so weit wie im Hexental sind die Überlegungen in Gundelfingen noch nicht. Klar ist allerdings auch hier schon: Es müssen alternative Angebote für die VAG-Linien 15 und 16 geprüft werden. "Eine ersatzlose Streichung ist keine Option", sagt Bürgermeister Raphael Walz. Wie genau eine neue Lösung aussehen kann, weiß er noch nicht. Ziel sei es, im Dezember zumindest eine Übergangslösung parat zu haben. Dann sei Zeit gewonnen, um eine langfristig tragbare Lösung für den öffentlichen Nahverkehr in Gundelfingen zu finden. Walz strebt an, die Debatte im Zuge der Sitzung im Juli in den Gemeinderat zu tragen.