Die Zukunft ist ungewiss

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Sa, 20. Oktober 2018

Freiburg

Die Miete für "S’Einlädele" soll weiter steigen – sie wäre dann mehr als doppelt so hoch wie 2015.

FREIBURG-STÜHLINGER. Getrübtes Jubiläum: So erfolgreich die Ukraine-Hilfe des S’Einlädeles im Stühlinger seit 25 Jahren ist – der Standort des Secondhandladens und der gemeinnützigen GmbH in der Guntramstraße 58 sind bedroht. Beim Jubiläumsfest (siehe Artikel links) signalisierten unter anderem Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach und der ehemalige Staatsminister Gernot Erler, der Schirmherr des Patenschaftsprojekts "Hoffnung heute", ihre Unterstützung. "Das Projekt ist hier verankert – es wäre jammerschade, wenn Sie weg müssten", betonte Ulrich von Kirchbach.

Falls sich keine Lösung finde, müsse das S’Einlädele nach 27 Jahren bis Ende März 2019 in der Guntramstraße ausziehen, bilanziert dessen Geschäftsführer Volker Höhlein – und ebenso wie das seit 33 Jahren direkt nebenan bestehende Schmuckgeschäft Perlplex. Der Grund dafür seien deutliche Mieterhöhungen: Die Kaltmiete habe sich seit Ende des Jahres 2015 von 2027,37 Euro auf derzeit 2748,56 Euro erhöht, nun solle sie sogar auf 4250 Euro steigen. Das wäre eine Erhöhung um 109,6 Prozent innerhalb von drei Jahren.

S’Einlädele-Geschäftsführer Volker Höhlein hat dem Vermieter, einer Immobilienfirma im Elztal, stattdessen auf mehrere Etappen ausgedehnte Mietsteigerungen auf letztendlich 3500 Euro im Jahr 2023 angeboten.

Weil Volker Höhlein aber nicht mit dem Einlenken des Immobilienunternehmens rechnet, ruft er parallel zur Suche nach neuen Räumen auf. Doch ein Umzug wäre ein großer Nachteil für das S’Einlädele, sagt der Geschäfstführer – nicht nur für alle, die den Secondhandladen, wenige Minunten zu Fuß vom Hauptbahnhof entfernt, seit langem zum Stöbern und als Anlaufstelle für Gespräche und Seelsorge nutzen, sondern auch für das zum Gesamtprojekt gehörende "Café Satz" und das Buchantiquariat gerade gegenüber. Dort bleibe zwar alles beim alten, "doch es ist gut, wenn die Projekte beieinander sind", sagt Volker Höhlein.

"Das Projekt ist hier verankert – es wäre jammerschade, wenn Sie weg müssten"

Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach
Falls der Umzug trotzdem kommt, wünscht sich Volker Höhlein 80 Quadratmeter in ebenfalls zentraler und mit dem öffentlichem Nahverkehr erreichbarer Lage. Die Räume müssten auch geeignet sein für die Anlieferung von Sachspenden – im S’Einlädele werden Jahr für Jahr Waren für bis zu zwölf Lastwagen mit Hilfslieferungen für die Projekt in der Ukraine sortiert.