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06. Mai 2010

Viel Überzeugungsarbeit hilft Kindern in aller Welt

Seit 50 Jahren besteht die Freiburger Ortsgruppe des Kinderhilfswerks "Unicef" / Frühlingsfest am Samstag.

  1. Karin Maurer Foto: Schneider

Für Karin Maurer ist der starke Zusammenhalt und die Arbeit in einer "familiären Gruppe" Grundstein des Erfolges. Am Samstag feiert Unicef Freiburg mit einem Frühlingsfest das 50-jährige Bestehen der Ortsgruppe. Seit die 71-Jährige vor 10 Jahren die Leitung übernommen hat, ist die Freiburger Ortsgruppe des Kinderhilfswerkes zu einer der größten und erfolgreichsten in Deutschland gewachsen.

Im Jahr 2000 feierte Unicef Freiburg den 40. Geburtstag noch im kleinen Kreis einer guten Handvoll Mitarbeitern. Heute arbeiten rund 40 Ehrenamtliche zwischen 37 und 80 Jahren mit, in der Hochschulgruppe engagieren sich seit einigen Jahren Studenten und Studentinnen für Kinder in Notsituationen. Und auch die Spendeneinnahmen sind gestiegen: Unicef Freiburg gehört heute bundesweit zu den zehn umsatzstärksten Ortsgruppen.

Es habe sich ausgezahlt, so Karin Maurer, dass die Gruppe in verschiedene Teams ausgeteilt wurde – darunter auch ein Schulteam, das an Freiburger Schulen über die Situation der Kinder in Entwicklungsländern berichtet.

Die Spendenbreitschaft in Freiburg schätzt Maurer als sehr hoch ein, es sei auch mehr geworden in den vergangenen 10 Jahren: "Je mehr wir informieren, desto mehr wird gespendet." Wichtigste Einnahmequelle ist der Verkauf von Grußkarten. Der wird vor allem in der Vorweihnachtszeit auf verschiedenen Weihnachts- und Wochenmärkten betrieben und hat 2009 rund 210 000 Euro in die Spendenkassen gespült. Zusätzlich kamen im Lauf des Jahres weitere 40 000 Euro an Einzelspenden zusammen. Der Umsatz wird direkt an die Hauptstelle in Köln weitergeleitet, die auch die Unkosten der Freiburger Ortsgruppe deckt. Die meisten Spenden sind nicht an ein bestimmtes Projekt gebunden, sondern fließen in den allgemeinen Unicef-Pool. Einzelspender können aber auch angeben, welches Projekt mit ihrer Spende unterstützt werden soll.

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Den Schock über die Führungskrise und den Entzug des Spendensiegels 2008 habe man inzwischen überwunden. Zwar ging der Umsatz des Grußkartenverkaufs zwischenzeitlich um bis zu 40 Prozent zurück, die Gruppe hat aber zusammengehalten, alle sind dabei geblieben. Und auch das Vertrauen in der Bevölkerung habe man mit viel Überzeugungsarbeit und neuen Aktionen, wie beispielsweise den Benefizkonzerten "Musik unter Freiburger Dächern", wiederherstellen können, so Karin Maurer.

Auch sie selbst hat früher oft gezweifelt, ob das Engagement wirklich das Richtige ist. Bis sie 2002 für 10 Tage nach Afrika gereist ist. Der Besuch in den Krankenhäusern Malawis war für sie eine entscheidende Erfahrung: "Alles was der Arzt dort hatte, war eine Dose mit Aspirinpillen, kein sauberes Wasser, keine Medizin. Ein Ort zum Sterben." Seit sie vor zwei Jahren ihren Beruf als Allgemeinmedizinerin aufgab, engagiert sie sich fast ständig für Unicef: "Eigentlich wollte ich jetzt nach zehn Jahren aufhören, aber gerade das Engagement in Haiti hat mich motiviert weiterzumachen."

Das Unicef-Frühlingsfest findet am Samstag, 8. Mai, von 9 bis 16 Uhr im Kunzenweg 3 (Unicef-Büro) mit Torwandschießen, Kinderschminken und einer Malaktion statt. Das Bergäcker-Cafè und die Gärtnerei Kiefer unterstützen das Fest und spenden einen Teil ihrer Einnahmen für das Unicef-Projekt "Schulen für Afrika".

Autor: Sebastian Drescher