Viele coole Aktionen im Stadtgarten

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Mo, 25. Juni 2018

Freiburg

Zum siebten Mal fand der Jugendaktionstag statt, bei dem die offene Kinder- und Jugendarbeit ihr Mitmachangebot vorstellte.

FREIBURG. Bestes Wetter und entspannte Stimmung beim Klettern, Sprühen, Jonglieren und Kicken: Das waren einige der Angebote beim Jugendaktionstag im Stadtgarten am Samstag. Zum siebten Mal haben die Organisatoren der offenen Kinder- und Jugendarbeit alle Kinder und Jugendlichen eingeladen. Wie immer wollten sie damit zum einen ihre Arbeit bekannter machen und sich zum anderen bei denjenigen Jugendlichen bedanken, die das ganze Jahr über mithelfen, zum Beispiel bei Thekendiensten.

Für Dennis und Mohammed (beide 18) ist das Dankeschön-Fest gleichzeitig ein Arbeitseinsatz. Zumindest bis zum Spätnachmittag, als sie abgelöst werden beim Pizza-Stand der "Backoffensive" aus Weingarten, die einst als Übungsfirma entstanden ist. Mit dabei ist Felix Kölle, Sozialarbeiter der mobilen Jugendarbeit Weingarten-Ost. Dennis holt ein Blech mit einer Salami-Pizza aus dem Ofen und schneidet routiniert kleine Stücke. Er und Mohammed sind seit zwei Jahren dabei, ungefähr zwölf Einsätze gibt es jedes Jahr. Als Arbeit empfinden sie das Pizza-Backen und Verkaufen nicht: "Wir treffen viele Bekannte und es sind coole Aktionen", sagt Dennis. Außerdem macht das Backen Spaß, ergänzt Mohammed, "und wir können auch selber was essen."

Ein Stück weiter hat das Haus der Begegnung aus Landwasser seine zwei Tischkicker aufgebaut. Der 15-jährige Tobias und Laura Petzoldt, die als Bundesfreiwillige im Einsatz ist, spielen gegen den Sozialarbeiter Raul Pinto und Tobias’ Mutter Renate Krieg. Es steht unentschieden. Raul Pinto hat lange in einer Tischkicker-Mannschaft trainiert. Als er vor 14 Jahren beim Haus der Begegnung anfing, hat er sein Hobby dort als Angebot verankert. Zurzeit trainieren acht Spieler, Jugendliche und Erwachsene, einmal in der Woche und nehmen als Mannschaft an Ligaspielen des Tischfußballvereins Südbaden teil.

Tobias ist eigentlich wegen dem Graffiti-Angebot gekommen, das er aus den Vorjahren kennt: "Sonst gibt’s in Freiburg nicht so viele Möglichkeiten zum Sprühen", sagt er, deshalb kommt er jedes Jahr. Sein Werk hängt an einer Wäscheleine zum Trocknen: Ein Mond über einer dunklen Wasserfläche, mit vielen Schattierungen und sehr ausgefeilt. Damit hat er den Designer Christian Bucher beeindruckt, der alle Graffiti-Fans ins Sprühen einführt. "Tobias wusste von Anfang an genau, was er machen will," sagt er.

Auch Jakob (8) und Zino (9) wissen, was sie wollen: Fußballspielen. Sie stehen vor der Streetsoccer-Anlage des Jugendhilfswerks, die sie nach dem Auftritt von ihrem Freund bei der Band Purplexx auf der Bühne entdeckt haben. Den ganzen Nachmittag treten Bands auf, einige von ihnen haben sich in den Jugendzentren gegründet.

Felix Kappler ist Sozialarbeiter beim Jugendhilfswerk und nicht nur beim Aktionstag für Fußball zuständig: Seit zwei Jahren trainiert er jede Woche mit Jungs zwischen 12 und 27 Jahren im Projekt "Fußball und Freunde", das sich aus dem Fanprojekt für SC-Fans beim Jugendhilfswerk entwickelt hat. Ziel ist, geflüchtete mit einheimischen Jugendlichen in Kontakt zu bringen, derzeit stammen allerdings zehn der 14 Spieler aus geflüchteten Familien. So wie Mohammed (12) und Tamir (11), die aus Afghanistan geflohen sind. Beide wohnen in der Flüchtlingsunterkunft am Kappler Knoten und kommen begeistert zum Training: "Wir lernen Fußball und Deutsch und treffen deutsche Leute", sagt Tamir.