Knaller-Praktikum

Waldorfschüler hat Jahresarbeit über Pyrotechnik gemacht

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Sa, 03. Dezember 2016

Freiburg

Der 17-jährige Waldorfschüler David Velten hat seine Jahresarbeit zu Pyrotechnik gemacht. Jetzt Am Samstag präsentieren alle Zwölftklässler der Schule ihre Arbeiten.

Nicht immer sind Schüler Feuer und Flamme für ihr Praktikum, das ist bei David Velten anders: Der 17-jährige Waldorfschüler hat seine Jahresarbeit zu Pyrotechnik gemacht. präsentieren alle Zwölftklässler der Schule ihre Arbeiten. David Velten bildet den Abschluss – stilecht mit einem kleinen Großfeuerwerk.

Er bereitete einen Bühnenauftritt mit vor, lief mit Profi-Pyrotechnikern mit, guckte zu, wie sie ihr Alltag aussieht und Schwarzpulver und Einzelteile zu einem Feuertopf mit Magnesiumsternen wird, und legte an harmlosere Artikel selbst Hand an. Zuletzt verarbeitete der 17-Jährige 50 elektrische Anzünder. "Heute Abend bereite ich in der Firma den Rest vor", sagt David Velten am Freitag.

Impulswerk heißt die Firma für Eventbefeuerung, Spezialeffekte, Feuerwerke und Shows, die das Ehepaar Christina und Oliver Tibus in Au betreibt. Der Großfeuerwerker und die Bühnenpyrotechnikerin haben ihren ersten Schulpraktikanten aufgenommen. Das Sprengstoffgesetz regelt für Auszubildende, dass sie unter Aufsicht schon unter 18 Jahren anfangen dürfen, erklärt Oliver Tibus, der mit seiner Frau schon mal einen Workshop mit Staudinger-Gesamtschülern zu Krachern, Raketen und richtigem Zündeln gab. Die Idee zum Praktikum hatte David Velten. Waldorfschüler machen in der zwölften Klasse eine Jahresarbeit – ein Höhepunkt ihrer Schulzeit. Sie suchen sich eine Aufgabe, setzen sich mit ihr kritisch auseinander und berichten darüber, zum Schluss gibt es von allen eine Ausstellung und Vorträge. Los ging’s Anfang des Jahres. David Velten war im Lauf der Monate immer wieder bei Impulswerk.

Und zum Abschluss lässt’s der Waldorfschüler ordentlich krachen. Sein Feuerwerk hat 50 Zündungen, die Choreografie mit Spannungsbogen zum Finale hat er sich ausgedacht. "Es besteht quasi aus Silvesterfeuerwerk", erklärt der 17-Jährige. Tibus wird dabei sein – keine große Nummer für den Großfeuerwerker: "Aber deutlich größer als viele unserer Hochzeitsfeuerwerke." Fünf bis sechs Minuten wird es dauern, schätzt sein Praktikant, der die Vulkanfront und die anderen Effekte per Anlage zündet. Das ist sicherer, "und ich will’s ja auch sehen". Was den Beruf angeht, sprang der Funke nicht über. "Das hab’ ich durchs Praktikum gemerkt, lieber einmal im Jahr an Silvester."

Das Feuerwerk soll am Samstag, 3. Dezember, auf dem Hof der Waldorfschule St. Georgen, Bergiselstraße 11, um 17 Uhr beginnen. Je nach Dauer der anderen Präsentationen kann es etwas später werden.