Unterm Strich

Warum es in Freiburg bei Google Maps schlüpfrige Straßennamen gibt

Felix Klingel

Von Felix Klingel

Do, 30. August 2018 um 07:13 Uhr

Freiburg

Bei dem beliebten Online-Kartendienst Google Maps führt der Lümmelweg gemeinsam mit dem Phalluspfad direkt in die Möslestraße. Doch stimmt das wirklich?

In Essen führt die Tangabucht direkt zum Katholischen Pfarramt St. Paulus. Angestellte eines Lidl in Karlsruhe laufen nach Dienstende über den Feierabendweg zur Bahn. Und wie es wohl im Strullerweg im bayrischen Landsberied riecht?

In Freiburg dagegen, nun in Freiburg sind Straßennamen bisher kaum steter Quell der Freude. Stattdessen prüfte eine Expertenkommission jüngst die historische Korrektheit aller 1300 Namen. Nur die Möslestraße neben der alten Stadthalle dürfte schon Vorlage für den ein oder anderen Pennälerwitz gewesen sein.Vor allem nach einem Blick auf den beliebten Online-Kartendienst Google Maps. Dort führt nämlich der Lümmelweg gemeinsam mit dem Phalluspfad direkt in die Möslestraße.

Lümmelweg – geschenkt – aber Phalluspfad?! Kaum eine Stadtverwaltung in Deutschland würde diesen Namen absegnen, könnte dies doch eines gefährden: die Beamtenlaufbahn (eine Sackgasse in Norderstedt bei Hamburg). Die Stadt Freiburg bestätigt, Lümmelweg und Phalluspfad gibt es offiziell nicht. Auch bei anderen Kartendiensten: Nicht zu finden.

Zeit, bei Google nachzufragen. Doch die Mails bleiben unbeantwortet. Dann ist der Lümmelweg und der Phalluspfad plötzlich von Google Maps verschwunden. Gelöscht. Die Mails sind also angekommen.

Warum löscht der sonst so emsige Datensammler Straßen? Weil es sie nie gegeben hat. Wie das Technikportal chip.de berichtet, gibt es auf Google Maps einige erfundene Straßen. Diese "Trap Streets" sind ein Kopierschutz. Sollte ein anderer Kartendienst die Straßen plötzlich haben, hat er kopiert – und ist in die Falle ("Trap") getappt. Ein Google-Mitarbeiter hat sich vermutlich einen Scherz erlaubt und zur Möslestraße noch den Lümmelweg und den Phalluspfad gedichtet.

Nachprüfen lässt sich das nicht, ein Anruf bei Google in Hamburg führt in eine Warteschleife. Vermutlich gibt es dieses Büro gar nicht, die Adresse könnte durchaus eine Trap-Street sein: die ABC-Straße.