Wie funktioniert das?

Die Hausbesitz GmbH

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Sa, 23. März 2013

Freiburg

Kollektivunternehmen mit erprobtem Organisationsmodell.

Mehrere Menschen möchten ein Haus kaufen, haben aber nicht genug Geld. Sie schließen sich zu einem Hausverein zusammen und bringen 12 600 Euro Kapital auf. Die Mietshäusersyndikat GmbH bringt 12 400 Euro ein. Zusammen ergibt das 25 000 Euro Stammkapital für die Hausbesitz-GmbH, deren Gesellschafter der Hausverein und das Mietshäusersyndikat sind.
Mit dem Eintritt ins Mietshäusersyndikat organisiert sich die Hausgemeinschaft selbst, wird aber Teil des Syndikats. Das heißt, das Haus kann nie verkauft oder privatisiert werden; austreten aus dem Syndikat kann die Hausgemeinschaft aber auch nicht, weil das Syndikat das verhindern kann. Kein Eigentum, kein Gewinninteresse: Die Kaltmieten sollen rund 20 Prozent unter dem örtlichen Mietspiegel liegen.
Um den Kaufpreis des Hauses zu finanzieren, sammeln die künftigen Hausbesitzer Direktkredite von Freunden und Bekannten; diese werden mit maximal 3 Prozent verzinst. Falls das nicht ausreicht, um das Haus zu kaufen, werden noch Bankkredite aufgenommen.
Schützenhilfe kommt auch vom Syndikat: Um neue Hausprojekte zu unterstützen, zahlen bestehende Hausgemeinschaften in einen Solidarfonds ein (anfangs 10 Cent je Quadratmeter Nutzfläche). Damit werden die neuen in der Anfangsphase unterstützt.
Die Mitgliederversammlung des Vereins Mietshäusersyndikat entscheidet grundsätzlich darüber, ob ein neues Projekt aufgenommen wird. Beim Mietshäusersyndikat werden interessierte Hausgemeinschaften beraten, etwa in Finanzie-             rungsfragen.