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15. Januar 2016 07:21 Uhr

Statistik

Wie kinderreich war das Jahr 2015 in Freiburg wirklich?

5002 Babys hat das Freiburger Standesamt im vergangenen Jahr gezählt, 2014 waren es 200 weniger. Die Jahre zuvor lagen noch weiter entfernt vom neuen Rekord – letztmals kamen 1968 mehr als 5000 Kinder in Freiburger Kliniken zur Welt.

  1. Die Statistik zeigt: Viele Babys, aber auch mehr Einwohner Foto: dpa

Zu der Zeit lebten aber auch wesentlich weniger Menschen in der Stadt. Damit ist in Freiburg ein bundesweiter Trend zu erkennen.

Die 60er gelten als Jahre des Babybooms, in Deutschland wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamts 1964 mit 1,4 Millionen Geburten die Höchstmarke erreicht. Freiburg zog zwei Jahre später mit 5396 Babys nach. In den Folgejahren nahm die Anzahl hier wie deutschlandweit mit einzelnen Ausreißern ab. Das Bundesamt führt dies auf eine "veränderte Einstellung zur Familie" und auf die Verbreitung der Antibabypille zurück, wie es in einer Broschüre heißt. Zwischen 1975 und 1985 erreichte demnach die Zahl der Geborenen nur etwa 56 Prozent des Niveaus des Jahres 1964.

In den 90er-Jahren stiegen die Geburtenzahlen wieder, laut den Statistikern gab es mehr Frauen im gebärfähigen Alter. Während nach 1997 im Bundesgebiet die Zahl der Geburten mit Ausnahme von 2007 und 2010 sinkt, ist in Freiburg nach 2002 ein Anstieg zu erkennen. Dieser erreichte im Jahr 2015 seinen Höhepunkt.

Rund die Hälfte der Kinder aus der städtischen Statistik stammen aus dem Umland. In den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen haben in den vergangenen Jahren einige Geburtsstationen geschlossen wie 2003 in Waldkirch oder 2005 in Breisach, wo es seit den 60ern eine gynäkologische Abteilung gab. Nach Schließung der Kliniken zieht es nach Einschätzung von Freiburgs Standesamtsleiterin Dominique Kratzer mehr Frauen zur Entbindung in die Stadt. Genaue Zahlen gebe es nicht. Geburtsstationen gibt es noch in Emmendingen, Müllheim oder Titisee-Neustadt.

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Im Uniklinikum stammen von den 1573 Babys im vergangenen Jahr mehr als 40 Prozent aus dem Umland, ebenso im Diakoniekrankenhaus. Im St. Josefskrankenhaus, in dem mit 1738 die meisten Babys geboren wurden, liegt nach eigenen Angaben keine genaue Aufschlüsselung vor. Das Einzugsgebiet erstrecke sich aber bis in nach Lörrach, Offenburg und Villingen-Schwenningen.

1968, als letztmals mehr als 5000 Neugeborene in Freiburg gezählt wurden, lebten knapp 50 000 Menschen weniger in der Stadt, heute sind es mehr als 222 000. Was den Statistikern zufolge zum Rückgang der Geburten in Relation zur Einwohnerzahl beigetragen hat: Von Jahr zu Jahr gibt es mehr Frauen ohne Kind.

Autor: Sina Gesell