Wiederaufnahme von Stück und Kritik

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Sa, 14. Januar 2012

Freiburg

CDU-Fraktion stört sich am Kongress des Stadttheaters, weil er grüne Politiker bevorzuge / Kulturbürgermeister: totaler Unsinn.

Das Stadttheater nimmt nochmal sein Theaterstück über die Grünen ins Programm. Und prompt erfährt auch die Kritik daran aus der CDU ihre Neuauflage. Stadträtin Ellen Breckwoldt und ihr Kollege Daniel Sander stören sich am Kongress am letzten Januarwochenende, der die Frage stellt: "(Wie) Geht Veränderung?" Er rücke einseitig eine Partei in den Vordergrund, moniert das Duo. "Totaler Unsinn", sagt Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD), "und aufgewärmt".

In der Tat empörte sich die CDU-Fraktion schon im vergangenen Juni über die Tatsache, dass die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung das Begleitprogramm zum Theaterstück "Die Grünen – eine Erfolgsgeschichte" sponserte. Es biete den Grünen gleichsam eine Bühne.

An dem Stück (Regie: Jarg Pataki, Viola Hasselberg) hatten die CDU-Stadträte damals nichts zu bemängeln. Doch in der aktuellen Pressemitteilung zitieren sie eine Rezension des Deutschlandradios (siehe Info-Box), um ihre Einschätzung der Parteinahme zu belegen. Nun soll Oberbürgermeister Dieter Salomon erläutern, wo er die "Leitlinien zum kulturellen Auftrag des Theaters" umgesetzt sehe.

"Überlebenskunst" lautet die Überschrift für die laufende Spielzeit. Darin eingebettet war die theatralische und theoretische Beschäftigung mit den Grünen. Eine Art Abschluss soll der Kongress vom 27. – 29. Januar sein: mit Vorträgen, Planspielen, Diskussionen, Workshop und eben dem bereits bekannten Grünen-Stück. Eingeladen wurden tatsächlich bekannte Grünen-Politiker, wie die Bundesvorsitzende Claudia Roth, die nordrhein-westfälische Kultusministerin Sylvia Löhrmann, die Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae und ihre ehemalige Kollegin Michaele Hustedt.

Mit Parteipolitik habe das nichts zu tun, sagte Theaterintendantin Barbara Mundel. Löhrmann sei wegen ihrer radikalen Schulreform eingeladen worden, Hustedt als Moderatorin im Streit um das Pumpspeicherkraftwerk Atdorf. Das Spektrum der Gäste sei riesig, vom konservativen Historiker Paul Nolte bis zu Telekom-Chef Thomas Sattelberger. "Es wäre absurd, wenn wir uns vor einen Karren spannen ließen", sagt Mundel, die übrigens kein Parteibuch besitzt. Von der Böll-Stiftung habe es keine Vorgaben gegeben. Es handle sich um einen vierstelligen Betrag, der nicht die Hälfte der Kosten des Begleitprogramms decke. Es sei zudem, so der Kulturbürgermeister, nicht gerade Werbung für die Grünen gewesen.

(Wie) Geht Veränderung? Kongress zur Kunst der Teilhabe in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vom 27. bis 29. Januar, weitere Infos unter http://www.theater.freiburg.de