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18. September 2012

Windräder liegen weiter unter Plan

Schwache Windjahre drücken auf Ergebnis der Regiowind GmbH.

  1. Vier Windräder stehen am Rosskopf: Die Rotoren drehen sich deutlich weniger als ursprünglich erwartet. Foto: Ingo Schneider

In Norddeutschland haben Anleger Schadensersatz von Windkraftbetreiber erstritten, weil die versprochenen Gewinne ausgeblieben sind. Auch in Freiburg produzieren die Rotoren auf Rosskopf und Schauinsland weniger Strom als erwartet und auch bei der Betreibe

rfirma Regiowind GmbH gibt es enttäuschte Kommanditisten. Kein Anleger werde Geld verlieren, heißt es bei Regiowind. Lediglich die Rendite werde niedriger ausfallen als die angepeilten 6,5 Prozent, weil es mehrere schwache Windjahre in Serie gegeben habe.

Der Wind bläst nicht so stark und so häuftig wie er soll – das Problem kennen auch die 512 Kommanditisten, die Teilhaber der sechs Windräder auf Freiburger und Gundelfinger Gemarkung sind. Seit 2003 drehen sich die Rotoren oberhalb der Holzschlägermatte am Schauinsland und auf dem Rosskopf. Eine jährliche Energieleistung vom 16 Millionen Kilowattstunden sollten die Windräder liefern. Den Wert haben sie bislang noch nie erreicht. Das beste Windjahr erlebten die Freiburger Rotoren 2007, als mit 15,3 Millionen Kilowattstunden die Zielmarke nur knapp verpasst wurde. Das schlechteste Ergebnis brachte 2011 mit nur 11,6 Millionen Kilowattstunden. Da blieb en die Rotoren fast 30 Prozent unter den Erwartungen. Es hätte sogar noch schlimmer kommen: Der Dezember brachte nämlich allein fast drei Millionen Kilowattstunden und verhinderte das totale Desaster. Immerhin: In diesem Jahr läuft es wieder besser.

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Unter den Teilhabern gibt es dennoch viele Enttäuschte und auch viel Gegrummel. Laut Regiowind-Chef Markowsky seien es aber nur zwei Prozent der Kommanditisten, die sehr unzufrieden seien.

In sieben Jahren habe es drei Mal eine Ausschüttung gegeben, vier Mal keine. Auch in Freiburg seien die Prognosen, die von unabhängigen Gutachtern stammten, zu hoch angesetzt gewesen. Die wiederum basierten allerdings auf Zahlen aus den windstarken 1990er-Jahren. Im ersten 2000er-Jahrzehnt herrschte dann jedoch auch auf den Gipfeln über Freiburg eher Flaute. Das Ergebnis schmälerte laut Regiowind auch der heftige Streit um die Windräder mit der damaligen Landesregierung und Ministerpräsident Erwin Teufel, was Zeit und Geld gekostet habe. Und: Das vierte Windrad am Rosskopf liegt im Schatten der anderen drei und liefert nur 60 Prozent der möglichen Leistung. "Das würde man heute nicht mehr bauen", so Markowsky.

Dennoch werde kein Anleger Geld verlieren. Die Einlage werde (anders als bei einigen Windkraftprojekten in Norddeutschland) zurückgezahlt – auch einen Gewinn werde es geben. 2014 seien zwei von drei Krediten abbezahlt, was sich positiv auf die Ausschüttungen in den folgenden Jahren auswirken werde. Zudem werde am Strommarkt ein höherer Preis als ursprünglich erwartet erzielt. Die Gesamtlaufzeit beträgt 21 Jahre. Und Markowsky hofft intensiv auf den Geschäftspartner Wind: "Vielleicht kommen wie in der Bibel nach den sieben mageren die sieben fetten Jahre."

WINDKRAFT IN FREIBURG

Die Regiowind Freiburg GmbH ist ein gemeinsames Tochterunternehmen des Energieversorgers Badenova und der Ökostromgruppe Freiburg. In die sechs Windkraftanlagen wurden 2003 insgesamt 13 Millionen Euro investiert.
Das Gesellschaftskapital beträgt 4,2 Millionen Euro.  

Autor: rö

Autor: Joachim Röderer