Stadtumbau

Zeitplan für die Umgestaltung des Rotteckrings vorgelegt

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Do, 13. März 2008

Freiburg

Die Rathausspitze drückt aufs Tempo. Dem neuesten Zeitplan zufolge soll der Umbau des Rotteckrings samt Tram in gut drei Jahren beginnen. Trotz einiger Skepsis hat der Gemeinderat knapp 400.000 Euro freigegeben, damit die städtischen Planer an die Feinarbeit gehen können.

Doch zuvor will das Gremium diskutieren, ob und wie der siegreiche Architektenentwurf für die Umgestaltung des Platzes der Alten Synagoge umgesetzt wird. Zeitdruck besteht, weil das Großprojekt städtebaulich mit der Sanierung der Uni-Bibliothek zusammenhängt, die im Herbst startet.

Seit rund 20 Jahren wird in Freiburg darüber diskutiert, wie die trennende Transitstrecke durch die Innenstadt zu beseitigen wäre. Als die schwierigen Beschlüsse nach heftigen kommunalpolitischen Debatten unter Dach und Fach waren, fehlte das Geld. Das sei auch heute noch so, meinen nicht wenige im Gemeinderat. CDU-Fraktionschef Wendelin von Kageneck hatte von "unerfüllbaren Träumen" gesprochen.

Doch Oberbürgermeister Dieter Salomon steht bei Uni-Rektor Wolfgang Jäger im Wort. Immer wieder hat er versichert, dass die Umgestaltung am Ring mit den zentralen Plätzen an der Alten Synagoge und vor der Uni-Bibliothek komme. Denn der futuristische Entwurf für die 45 Millionen Euro teure Sanierung der Bibliothek sieht einen ebenerdigen Zugang vor – der hat nur Sinn, wenn der Ring verkehrsberuhigt wird.

Am Donnerstag legte das federführende städtische Garten- und Tiefbauamt den aktuellen Zeitplan vor. Danach wird es vor der Bibliothek mit Sanierungsbeginn im Herbst etwas enger auf dem Ring zugehen. Ab Mitte 2009 werden beide Fahrspuren für große Baugeräte gebraucht und deshalb gesperrt. Der Verkehr wird ein Jahr lang in beide Richtungen auf den zwei östlichen Spuren fließen. Im Sommer 2011 soll der Umbau des Rotteck-rings beginnen. Im Jahr 2014 – zwei Jahre nach der geplanten Wiedereröffnung der Uni-Bibliothek – soll die Stadtbahn bis zum Theater rollen.

Gemeinderat fordert Diskussion über die Pläne der Architekten

Doch so ganz wollte der Gemeinderat dem Tempo der Stadtverwaltung nicht folgen. Das Gremium stoppte den Vorstoß, die siegreichen Architekten des städtebaulichen Wettbewerbs vom Oktober 2006 mit dem konkreten Bebauungsplan für den Platz der Alten Synagoge zu beauftragen. "Das ist der zentrale städtische Platz", sagte Grünen-Stadtrat Helmut Thoma, "und bislang gab es keine Diskussion darüber, ob tatsächlich der erste Preis umgesetzt werden soll." Gewonnen hatten der Freiburger Architekt Volker Rosenstiel und Denzlinger Landschaftsarchitekten. In der Bevölkerung stieß der Entwurf auch auf Kritik. "Eine politische Debatte ist dringend nötig", meinte Stadtrat Michael Moos (Unabhängige Listen). Die soll am 2. April im Bau-Ausschuss stattfinden.

"Es gibt so viele Unwägbarkeiten", kritisiert FDP-Stadtrat Patrick Evers, ein erklärter Gegner des gesamten Projekts, der auf seine Anfrage eine "nichts sagende Antwort der Stadtverwaltung" erhalten habe. Unklar ist, ob das Land Zuschüsse locker macht, ob die Kronenbrücke für die Tram umgebaut werden muss – die Kosten sind grob geschätzt und wurden nach oben korrigiert: 30,4 Millionen Euro für die Tram und 12 Millionen Euro für die Umgestaltung (2001 geschätzte Gesamtkosten: 25 Millionen Euro).

Und da gibt es noch das Junktim, vor alledem erst die Heinrich-von-Stephan-Straße als verlängerte Bahnhofsachse vierspurig auszubauen (knapp 12 Millionen Euro). Auch dafür braucht die Stadt Geld aus Stuttgart. Salomon hatte vor wenigen Wochen ein Gespräch mit den Staatssekretären Rudolf Köberle (Verkehrs) und Gundolf Fleischer (Finanzen) und gab sich im Gemeinderat "zuversichtlich, dass die Landesregierung in unserem Sinne entscheidet." Sein Gefühl scheint ihn nicht zu trügen. Gegenüber der BZ bestätigte eine Sprecherin des Innenministeriums, dass das Projekt "auf einem sehr guten Weg" sei.