Motto "Blickwechsel"

Zum elften Mal wurde der Freiburger Jugendfotopreis verliehen

Jana Luck

Von Jana Luck

Mi, 25. Januar 2017

Freiburg

Spiegelungen, ungewohnte Perspektiven, Brechungen der Horizontlinie und optische Täuschungen – es gab viele Arten, wie die jungen Teilnehmer das Motto "Blickwechsel" des 11. Freiburger Jugendfotopreises umgesetzt haben. Aus etwa 150 Einsendungen haben zehn Juroren die besten Fotografinnen und Fotografen ausgewählt, die am Montagabend im gutbesuchten Alten Wiehrebahnhof ihre Auszeichnung erhielten.

Da gibt es zum Beispiel Fische, die einen vom Verkaufstisch her anzustarren scheinen oder Fotografien vom Lieblingshund Nicky, aufgenommen unter ihm liegend. Lotta Stegl, Chantal Maier und Jule Massie räumen an diesem Abend gleich doppelt ab. Ihre Klasse hat den Preis der Badischen Zeitung gewonnen, einen Foto-Workshop mit Michael Bamberger – und die Mädchen haben sich außerdem den ersten
Platz in ihrer Altersgruppe von zwölf bis 15 Jahren gesichert. "Spiegelung" heißt eine Fotografie der 13- und 14-Jährigen, darauf zu sehen sind sechs Hände; zwei davon halten einen kleinen und vieleckigen Spiegel, zwei eine kleine, schwarze Digitalkamera, die ein zweiter Spiegel vielfach reflektiert.

Analog fotografiert man viel konzentrierter

Auf einem anderen Bild ist Chantal zu sehen, rücklings über ein Geländer gelehnt. Sie fotografiert die Fotografin des Bildes, das nun an einer Wand im Wieherbahnhof hängt: "Eigentlich wollte ich jemand anderen aufnehmen, aber umgekehrt. Dann haben wir aber das Bild ausgesucht, auf dem ich kopfüber zu sehen bin." Studenten der Pädagogischen Hochschule sind in die achte Klasse der Weiherhof Realschule gekommen, "die haben uns viel gezeigt", sagt Chantal. "Das war super und hat riesigen Spaß gemacht. Vor allem auch zu sehen, was man alles machen kann beim Fotografieren."

Die ersten Preise der anderen beiden Altersgruppen erhielten Antonia Stegmaier (bis 11 Jahre) und Carlotta Huber (16 bis 21 Jahre). Sie bekamen Schecks über 200 Euro von der Volksbank, dem Hauptsponsor. Je 100 Euro gab es für die Zweitplatzierten jeder Altersgruppe. Neben dem Fachcolor-Bühler-Preis und dem Sonderpreis der Badischen Zeitung vergab die Jury noch die Mundologia-Preise. Die erhielten Sofie Anton, Marcel Vogt und Lukas Borchardt, die nun zu Vorträgen und Workshops des Reportagefestivals gehen können.

Lukas Borchardt wird an einem Vortrag über Naturfotografie teilnehmen. "Da habe ich noch nicht so viel Erfahrung mit, deshalb gucke ich mir das gern mal an", sagt der 19-Jährige, der mit seinem Bild vom Messeplatz in Basel gewann, oben und unten irritierend und gelungen gespiegelt. "Ich bin zum dritten Mal dabei", sagt er, und dass das eine schöne Gelegenheit sei, die eigenen Bilder zu zeigen. Seine Kamera hat Lukas Borchardt auch jetzt über die Schulter hängen, einen analogen Fotoapparat. "Ich fotografiere lieber analog", erzählt der Foto- und Medientechnische Assistent, der gerade sein Abitur nachholt. "Erstens geht die Kamera nicht so schnell kaputt und zweitens konzentriert man sich mehr auf jedes einzelne Bild und knipst nicht so viel rum."

Alfred Holzbrecher von der Pädagogischen Hochschule (PH), die den Preis initiierte, findet in diesem Jahr vor allem interessant, auf wie viele unterschiedliche Arten die jungen Fotografinnen und Fotografen das Motto "Blickwechsel" umsetzten. "Es gab Façetten der Interpretation, die wir uns gar nicht vorstellen konnten", sagt er. Holzbrecher sieht hinter dem Wettbewerb auch seinen pädagogischen Auftrag: "Es ist mir ein großes Anliegen, die Kinder- und Jugendfotografie zu fördern", sagt er.

In der Galerie und im Café des Alten Wiehrebahnhofs in der Urachstraße 40 sind noch bis zum 3. Februar die Gewinnerbilder zu sehen. Danach sind die Fotografien während der Mundologia im Konzerthaus ausgestellt.