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14. August 2009
Kuhfladen als beliebte Hindernisse
Abenteuergolf in Oberharmersbach bedeutet neben viel Spaß auch eine interessante Lehrstunde in Sachen Heimatkunde
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Ob ich den Ball durch die Schnecke spielen kann? Eric (8/beim Abschlag) hat es geschafft, ebenso wie sein Kumpel Esra (8). Und auch die Erwachsenen, die mitspielen durften, hatten beim Abenteuerminigolf in Oberharmersbach ihren Spaß – nicht nur beim Addieren der Schläge. Foto: Michael Sträter
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Foto: Michael Sträter
Zeit ist relativ. Langeweile beschrieb der Filmkritiker Hellmuth Karasek einmal so: "Der Film begann um 20 Uhr. Als ich nach zwei Stunden auf die Uhr schaute, war es 20.10 Uhr." Wie anders aber verfliegt die Zeit beim Abenteuerminigolf in Oberharmersbach. Da fragt der achtjährige Eric etwa an Bahn 15, wie spät es denn ist. "Gleich 13 Uhr", antwortet der Papa. "Wow, dann spielen war ja schon drei Stunden", ist der Achtjährige erstaunt.
Wirklich erstaunlich – drei Stunden sind vergangen, ganz ohne so bekannte Ausrufe wie "wann sind wir endlich fertig?", oder "ich hab’ Durst" oder "ich will was essen". Und drei Stunden sind vergangen, ohne dass genervte Eltern ihre Sprösslinge immer wieder auffordern müssen, doch bitte nicht die Bahnen zu betreten. Das ist hier vielmehr ein Muss und wird von den Spielern – Kindern wie Erwachsenen – reichlich genutzt.
Eingebettet in eine großzügige Anlage mit Gartencharakter bieten die 18 Minigolfbahnen aber nicht nur sportlich spielerischen Spaß, sondern sind gleichzeitig ein kleiner Streifzug auch durch das Harmersbachtal. Bahn eins ist ein leichter Aufgalopp, dem Siebentälerweg nachempfunden, der im Original vom Franziskusweg über Berg und Tal bis zum Nockenbühl führt.
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Spätestens ab Bahn zwei sind besonders die jüngeren Besucher Feuer und Flamme für das Spiel. "Papa, guck mal, da liegen ja Kuhfladen auf der Bahn", juchzt der ebenfalls achtjährige Esra. Schnell hat er aber erkannt, dass die formechten Hindernisse künstlich sind. Trotzdem macht es Spaß, den Ball mit gekonnten Schlägen an diesen Hinterlassenschaften vorbeizuspielen. Und dabei zu erfahren, dass sich im ländlichen Oberharmersbach zahlreiche Kuhweiden und damit auch Kuhfladenhindernisse finden. Und: Früher nutzten die Hütekinder die frischen Haufen, um sich die kalten Füße zu wärmen.
Bewusst verbindet Inhaberin Silvia Echle Spaß und Spiel mit Informationen über das Harmersbachtal. "Wir wollen den Besuchern, viele sind ja Urlauber hier, auch aufzeigen, welche interessanten Ausflugsziele es hier noch so gibt." Vor zwei Jahren eröffnete sie ihren Adventure Minigolfpark. Doch international mutet nur der Name an, ansonsten ist er Werbung pur für die abwechslungsreiche Region. Ob Hansjakob-Weg, Katzenhalde, Brandenkopf oder Kornebene, die natürlichen Reize werden in die Spielanforderungen der Bahnen umgemünzt. So muss der Ball auf der Bahn Harmersbach über ein Bächlein geschlagen werden, auf der Bahn Schwerspatstollen – im Harmersbachtal wurde früher Schwerspat abgebaut – führt der Weg zum Loch vorbei an steinigen Hindernissen.
Doch bei allem Spaß – abgerechnet wird auch beim Abenteuerminigolf zum Schluss. Mit Spannung warten Eric und Esra darauf, wie viel Schläge sie für die 18 Bahnen denn nun gebraucht haben. Und – für sie noch wichtiger – wer gewonnen hat. Denn der Sieger muss diesmal das Eis bezahlen. Was dann mit Wonne geschleckt wird, denn schließlich haben die Jungen lange darauf gewartet, ohne dass ihnen dabei langweilig geworden wäre. Minigolf kann manchmal doch spannender sein als Kino. Abenteuerminigolf Oberharmersbach, Talstraße 66, 77784 Oberharmersbach, geöffnet 10 bis 20 Uhr, Saison April bis November; Infos unter Tel. 07837/9223460 sowie http://www.adventure-minigolfpark.de im Internet.
Autor: Michael Sträter


