Rückblick

Was beim Neujahrsempfang des Herdermer Bürgervereins passiert ist

Hans Sigmund

Von Hans Sigmund

Sa, 12. Januar 2019 um 18:19 Uhr

Herdern

Viele Herdermer Bürger und Gäste kamen zu der Jahresanfangsveranstaltung in den Pfarrsaal der Gemeinde St. Urban. Die wichtigsten Themen des Abends im Überblick.

Zum 13. Mal lud der Herdermer Bürgerverein zu seinem Neujahrsempfang in den Pfarrsaal der katholischen Gemeinde St. Urban ein. Viele Herdermer Bürger und Gäste kamen zu der Jahresanfangsveranstaltung, die die letzte der Bürgervereinsvorsitzenden Ingrid Winkler in dieser Funktion sein wird.

Nach der konzertanten Einführung durch das Orchester des Droste-Hülshoff-Gymnasiums ließ Ingrid Winkler das vergangene Jahr im Stadtteil Herdern Revue passieren. Nachdem sie zunächst das Weltgeschehen 2018 beleuchtet hatte, zählte sie die vielen durch den Bürgerverein organisierten Veranstaltungen auf. Dazu zählten die Stadtteil-Putzaktion im Frühjahr, die Sommerlesungen auf dem Kirchplatz und im Jugendforum, die Künstlerausstellung in der Weiherhofschule-Aula und der Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz.

Viele der Themen sind schon seit Jahren Dauerbrenner

In vielen Sitzungen beschäftigte sich darüber hinaus der Vorstand samt dem Beirat mit den nicht abnehmenden Themen aus den Bereichen Bauen und Verkehr. Viele davon sind Dauerbrenner. Vor allem das "Tortengrundstück" am Rennwegdreieck, die zunehmende Bebauung auf der Sonnhalde, der geplante Erweiterungsbau der Finanzschule im Quartier Neuburg, auf dessen Grundstück eine Reihe von Bäumen "ohne dringende Notwendigkeit" gefällt werden sollten und die Großbaustellen an der Wölflinstraße und auf der "Pferdewiese" sorgten für reichlich Zündstoff.

Sie berichtete über die Raumprobleme des Jugendforums und die Sicherheitsauflagen für die dortige Bibliothek, drängte auf die baldige Erweiterung der Weiherhofschulen-Aula und die technische Nachrüstung bei der Belüftung der Räumlichkeiten. Hier appellierte sie vor allem an die zahlreich erschienen Gemeinderätinnen und -räte wie auch an den Oberbürgermeister Martin Horn und den Finanzbürgermeister Stefan Breiter. Sie legte allen zudem ans Herz, die verabschiedete Erhaltungs- und Gestaltungssatzung so oft wie möglich zum Einsatz zu bringen.

Zum Abschluss wurde Ingrid Winklers Rede dann sehr persönlich: Sie gab bekannt, dass sie in der nächsten Mitgliederversammlung den Vorsitz des Bürgervereins abgeben wird. Als Gründe nannte sie zunächst humorvoll, dass sie jetzt in einem Alter sei, in dem der Hausarzt anrate, etwas kürzer zu treten, dass sie im März zum vierten Mal Oma werde und Zeit für ihre Enkel haben wolle und dass ihre Kinder sich weigerten, noch einmal beim Neujahrsempfang zu helfen. Ernster gemeint waren die Gründe, dass es nach 14 Jahren an der Zeit sei, das Amt in jüngere Hände zu legen, dass neue Ideen und neue Akzente gesetzt werden sollten.

Nach einem weiteren Musikstück überbrachte Oberbürgermeister Martin Horn die Grüße der Stadt. Er habe zu Herdern schon einigen Bezug aufbauen können, sei es im damaligen Wahlkampf, als er im derzeit geschlossenen "Weinberg" Rede und Antwort stand, oder bei seinem ersten öffentlichen Fassanstich beim "Herdermer Hock".

Horn beglückwünschte den Bürgerverein für sein Engagement und versprach, sich für die Belange des Stadtteils einzusetzen. So soll eine weitere Kindertagesstätte gebaut, die Parkplatzsituation verbessert und in der Habsburgerstraße Tempo 30 probeweise eingeführt werden. Er wolle auch persönlich die Probleme des Jugendforums und der Weiherhofschulen-Aula in den Fokus nehmen.

Martin Horn bat um Verständnis, dass das Dietenbachgelände gebaut werden müsse: Nur so könnten der Wohnungsbedarf befriedigt und vor allem billigere Mietpreise erreicht werden. Dies gelte sowohl für Studenten wie auch Familien mit Kindern. Er schilderte auch seine persönlichen Erfahrungen bei der Suche nach einer Wohnung.

Zum Abschluss gab’s ein Ständchen mit "My Way"

Der Schluss seiner Ansprache war eine Laudatio für Ingrid Winkler: Er verwies darauf, dass in ihrer Zeit sowohl der Herdermer Neujahrsempfang wie auch der Weihnachtsmarkt ins Leben gerufen wurden und dass Herdern zu den ersten gehörte, die ein eigenes Stadtteilentwicklungskonzept (STEK) erarbeiteten. Auch bei der Bewältigung der ersten großen Flüchtlingswelle habe der Bürgerverein spontan mitgeholfen. Die "Aktion Waltersbergsteg", bei der für den Ersatz der Fußgängerbrücke fast die gesamte Summe durch Spenden aufgebracht werden konnte, sei ein tolles Zeichen bürgerschaftlichen Engagements gewesen. Nach dem Brezelanschnitt überraschte Horst Zahner mit seiner Saxophonversion von "My Way", die er Ingrid Winkler als Ständchen brachte.