Neueröffnung

Nach 15 Jahren Pause hat die Sonne im Wildtal neu eröffnet

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Mo, 01. Dezember 2014 um 00:12 Uhr

Gastronomie

"Vor 15 Jahren ist die Sonne untergegangen, heute geht sie wieder auf." Mit diesen Worten hat Bürgermeister Reinhard Bentler die wieder aufgebaute Traditionsgaststätte "Sonne" im Wildtal am Samstag neu eröffnet.

Sieben Jahre hat der Bauträger – die Firma Vukovic-Enemag und voran der Inhaber Stjepan Vukovic – darauf gewartet. Und es hat sich gelohnt. "Die neue ’Sonne’ ist viel schöner als die alte", so Bentler.

"Stolz übergebe ich der Gemeinde den Schlüssel zum historischen Bürgerhaus Sonne", sagte zu Beginn der Feier Stjepan Vukovic. Er ist überzeugt, dass das Gasthaus durch das Versetzen nichts an seinem historischen Wert verloren hat. "Die ’Sonne’ wird immer historisch bleiben."

Das allerdings bezweifelte die Wildtäler "Bürgerinitiative Sonne": Ihrer Meinung nach ist das "Sonne"-Fachwerkhaus mit den alten Balken nur imitiert. Das Türschild über der neuen "Sonne" lasse nun den falschen Eindruck entstehen, dass das Haus 1706 errichtet worden sei. Außen wurde das zweistöckige Gebäude mit den alten Balken als Fachwerkhaus aufgebaut, der innere Bau entspricht den heutigen technischen Vorschriften, sagte dazu Vukovic: "Das Gasthaus ist von uns modernisiert und konzessionsfähig gemacht worden." Über dem Gasthaus ist ein Saal entstanden, der künftig als Begegnungsstätte für die Wildtaler Bürger dienen wird.

Der Tag der Eröffnung soll ein Tag der Versöhnung sein

Dafür und für die vielen guten Vorschläge betreffend des Baus dankte Bürgermeister Bentler. Auch die Gemeinderäte lobte er, die ebenso wie er von den Gegnern der Bebauung des "Sonne"-Areals massiv angegriffen wurden. Sein Haus musste zeitweise von der Polizei bewacht werden. Doch nun sei der Tag der Versöhnung – man wolle den Kritikern die Hand reichen, sagte Bentler.

Auch die Mitglieder vom "Sonne"-Zirkel freuten sich über die Eröffnung: "Die ’Sonne’ wird wieder zum Sonnenschein von Wildtal", versicherte Fritz Karcher und enthüllte die von der Künstlerin Karin Demirel ausgearbeitete Collage aus historischen Postkarten mit der "Sonne" als Motiv. Bildhauer Ferdinand Elighofer aus Heuweiler reihte sich ein und brachte eine geschnitzte Sonne mit, die wie die Collage einen Platz über dem Stammtisch fand.

Ohne Geschichte gehe es nicht beim Gasthaus Sonne, sagte Hartwig Brutzer, vom Verein für Heimatgeschichte. "Eine erste Erwähnung der ’Sonne’ fand im Jahr 1590 statt, und somit ist sie das älteste Gasthaus Gundelfingen-Wildtal."

Freundlich haben sich die neuen Pächter – Olivia und Sascha Nemeth – den vielen anwesenden Bürgern vorgestellt. "Wir hoffen, dass alles so ist, wie Sie sich das vorgestellt haben", sagte Olivia Nemeth bei der Begrüßung.

Eingerichtet haben sie die neue "Sonne" mit vielen modernen Schwarzwaldmädchen-Bildern und Kuckucksuhren. Vermieter ist die Firma Ganter; bei der Eröffnung überbrachten die Geschäftsführer Katharina Ganter-Fraschetti und Detleff Frankenberger den Pächtern Geschenke. Ab 2015 übernehmen die Nemeths übrigens auch die Gaststätte im Obermattenbad.
Gasthaus Sonne

Geöffnet ist das Gasthaus Sonne dienstags bis freitags von 11.30 Uhr bis 23 Uhr; samstags von 14 Uhr bis 24 Uhr und sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr.

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