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19. April 2016

Munzingen

So präsentieren sich die Tuniberger Weingüter

Hagel im Mai und danach viel Sonnenschein: Das Weinjahr 2015 hatte am Tuniberg seine Höhen und Tiefen. Die ersten Weine der Region werden nun in Munzingen vorgestellt.

  1. Freuen sich auf die gemeinsame Präsentation ihrer Weine (von links): Clemens Lang, Karola Lang, Gerhard Gottschalk, Martina Hunn, Barbara Plesz, Kilian Hunn, Edgar Bärmann, Gisela Hercher, Tobias Bader, Josef J. Simon und Jürgen Landmann. Foto: privat

  2. Martina Hunn Foto: privat

MUNZINGEN/GOTTENHEIM. Die ersten Weine aus einem spannenden Jahrgang stellen die Tuniberger Weingüter am Sonntag, 24. April, in Munzingen vor. Was den interessierten Weintrinker erwartet, darüber sprach Holger Knöferl mit der Gottenheimer Winzerin Martina Hunn.

BZ: Das Weinjahr 2015 hatte am Tuniberg durchaus seine Höhen und Tiefen. Erst der Hagel im Mai, dann die lange Schönwetterperiode. Wie wird das Jahr 2015 für die Tuniberger Winzer in die Geschichte eingehen?
Hunn: 2015 war ein außergewöhnliches Jahr. Am 13. Mai traf ein Unwetter mit bis zu tischtennisballgroßen Hagelkörnern unsere Reben. Die Folgen waren von Lage zu Lage unterschiedlich, zwischen 10 und 80 Prozent der Reben waren beschädigt. Dadurch hatten wir einen enormen Mehraufwand bei der Laubarbeit. Die extrem heißen und trockenen Sommertage waren für unsere Reben kein Problem. Mitte September startete die Weinlese mit dem Müller-Thurgau. Am Ende konnten wir die Ernte mit sehr guten Qualitäten und Mostgewichten bis 108 Oechslegrad einbringen, doch liegt die Menge etwa 35 Prozent unter dem Durchschnitt.

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BZ: Im Herbst war von sehr hohen Mostgewichten zu hören. Müssen sich die Weintrinker jetzt auf einen sehr alkoholreichen Jahrgang einstellen?
Hunn: Es sind nur teilweise etwas höhere Alkoholwerte bemerkbar. Die Winzer haben sehr differenziert gelesen. Durch teilweise mehrere Lesedurchgänge innerhalb einer Rebanlage konnten zuerst die etwas leichteren Qualitäten geerntet werden und dann im zweiten und dritten Durchgang die höheren Qualitäten. Es ist also wieder ein breites Spektrum verfügbar.
BZ: Wie präsentieren sich die ersten Weine des Jahrgangs, die mittlerweile gefüllt sind?
Hunn: Die ersten Weine präsentieren sich jetzt schon sehr sortentypisch und charaktervoll, mit einer angenehm milden und schön eingebundenen Säurestruktur. Der harmonische Gesamteindruck bleibt lange auf der Zunge und am Gaumen haften.
BZ: Der warme und trockene Herbst bot auch die Möglichkeiten für Spezialitäten wie Beeren- oder Trockenbeerenauslesen. Kommt da in den kommenden Jahren noch etwas ganz Besonderes aus den Tuniberger Weinkellern?
Hunn: Wir konnten besonders gut hochwertige Selectionsweine ernten. In unserem Weingut in Gottenheim werden diese immer trocken ausgebaut und im Barrique vergoren. Das Weingut Clemens Lang in Munzingen hat aber zum Beispiel als Versuch eine Art "Strohwein", also Wein aus getrockneten Trauben, ausgebaut. Sie bringen diesen Süßwein zur Weinpräsentation mit.

Martina Hunn (44) ist ausgebildete Winzerin und war 1991/92 badische Weinkönigin. Im Gottenheimer Betrieb kümmert sie sich viel um die Organisation und die Strauße.
Die Weinpräsentation der Tuniberger Weingüter findet am Sonntag, 24. April, von 13 bis 19 Uhr in Schloss Reinach, St.-Erentrudis-Straße 12 (Munzingen), statt. Teilnehmer sind die Weingüter Clemens Lang, Edwin Baumann und Fridolin Luhr (alle Munzingen), Gerhard Gottschalk, Josef J. Simon (beide Tiengen), A. Bader (Opfingen), Hercher und Jürgen Landmann (beide Waltershofen), Kilian Hunn (Gottenheim) sowie Kalkbödele und St. Remigius (beide Merdingen). Eintritt: 10 Euro (danach freie Verkostung von mehr als 100 Weinen der elf Betriebe). Mehr Infos: mehr.bz/weingueter16

Autor: kerl