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18. Februar 2012

Der Erfinder des Hefters

GEISTESBLITZE: Tack Tack!

Es sind die einfachen Dinge, die lange perfektioniert werden müssen. Das lehrt die Geschichte der Heftklammer. Als erster Hefter der Geschichte ist König Ludwig der XV. überliefert. Der um Ordnung bemühte Monarch ließ seine Heftklammern von Hand fertigen. Jede trug das königliche Siegel. Ob Ludwig selbst Hand ans Papier legte oder einen eigenen Hofhefter beschäftigte, ist nicht bekannt. Fest steht, dass das Heften zu seiner Zeit kein Vergnügen war. Denn besonders gut soll die Heftmaschine noch nicht funktioniert haben – sie verschwand, ohne Spuren zu hinterlassen. Es dauerte 166 Jahre bis George McGill die Klammer soweit verbesserte, dass sie auch für das gemeine Volk erschwinglich wurde. Am 24. Juli 1866 erhielt er das US-Patent 56 587 für seine kleine und biegsame Heftklammer. Die konnte maschinell gefertigt werden, eine Packung kostete 25 Cents. Stolz zeigte McGill seine Klammer auf der Jahrhundertausstellung in Philadelphia. Aber ein Heftgerät fehlte immer noch. Das Klammern war mühselig. So blieb die Klammer eher ein bescheidener Erfolg. Drei Jahre lang tüftelte McGill weiter. Am 18. Februar 1879 schließlich, heute vor 133 Jahren, hatte er es geschafft: Er meldet den Tacker zum Patent an. Die Maschine konnte eine einzelne, einen halben Inch breite Drahtheftklammer, tack, tack, durch mehrere Papierblätter drücken. Es war die Geburt einer globalen Technologie. Doch die Maschine wog über ein Kilogramm. Jetzt, nach jahrzehntelanger Suche McGills, war sein Konkurrent Henry Heyl schneller – und patentierte einen leichten Hefter für jedermann. So wird Heyl und nicht McGill in manchem Museum die Ehre zugesprochen, der Erfinder des Klammerhefters zu sein.

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Autor: jjev