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24. Oktober 2011
Der Uhrmacher und sein Kaiser
LAND UND LEUTE: Stefan Feld fasziniert Fans von Gesellschaftsspielen derzeit mit "Trajan" in Essen .
ESSEN. Dank ihm begegnen Spieler auf fernen Inseln der Mondpriesterin, reisen ins 15. Jahrhundert, um die Handwerkszünfte von Straßburg kennen zu lernen oder in Frankreich ein Fürstentum zu gründen – und seit Kurzem dürfen sie sogar den römischen Kaiser Trajan besuchen: Stefan Feld (41) aus Gengenbach ist Spiele-Erfinder. "Trajan" heißt sein neues Spiel, das er am Wochenende auf den internationalen Spieltagen in Essen vorstellte, der
weltweit größten Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele.
Während der 41-Jährige in seinem Heimatort als stellvertretender Schulleiter des Marta-Schanzenbach-Gymnasiums bekannt ist, schätzt ihn die Spiele-Szene
als viel beschäftigten Autor. Dieses Jahr landete Stefan Feld mit gleich drei Spielen (Die Burgen von Burgund, Luna, Strasbourg) unter den zehn Plätzen des Deutschen Spielpreises – eine Glanzleistung.
Seine anspruchsvollen, liebevoll gestalteten Spiele bereiten großes Vergnügen. Auf dem anschaulichen Spielplan von Trajan gilt es, im römischen Senat, auf dem Forum oder im Hafenviertel bis hin zu den Provinzen Britanniens und Germaniens Macht zu gewinnen. Das historische Setting liefert die Verpackung.
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"Wobei ich mich manchmal ärgere, dass ich im Geschichtsunterricht früher so wenig aufgepasst habe", lächelt der Physik- und Sportlehrer. Seine Stärke sieht er im Regelwerk. "Es gibt zwei Arten von Spieleautoren: Uhrmacher und Geschichtenerzähler. Ich bin der Uhrmacher." Um das "Gehäuse" kümmert sich der Verlag.
2005 veröffentlichte Feld sein erstes eigenes Spiel, 16 sind es bisher insgesamt. "Ich leiste die meiste Arbeit im Kopf. Zum Beispiel, wenn ich im Supermarkt in der Schlange stehe oder im Wartezimmer sitze." Steht die Idee, erstellt der Spieleautor einen Prototypen. Die wichtigste Testphase findet zu Hause statt – stets mit Ehefrau Susanne (43, "Ohne sie ginge es nicht"), oft auch mit Sohn Jonathan (13). "Dann heißt es: spielen, spielen, spielen."
Das Spiele-Erfinden soll Hobby bleiben. Zum einen liebt Stefan Feld den Lehrerberuf, zum anderen erlaubt ihm die finanzielle Unabhängigkeit, nur Spiele zu entwickeln, die ihm am Herzen liegen – bevorzugt für Kleinverleger. Das Faszinierendste bleiben die Menschen: Wie sie zusammen kommen, um gemeinsam zu handeln. "Es ist immer wieder unglaublich, das zu sehen."
Spiele von Stefan Feld
"Trajan", Ammonit Verlag, 2011
Strasbourg, Pegasus Verlag, 2011
"Die Burgen von Burgund", alea, 2011
"Luna", Hall Game, 2010
"Na so was", Queen Games, 2010
"Dribbelfieber", Queen Games, 2010
"Die Speicherstadt", eggertspiele, 2010
"Macao", alea, 2009
"Schatzkiste", alea, 2009
"Arena", Queen Games, 2009
"Duell der Baumeister", Kosmos, 2009
"Der Name der Rose", Ravensburger, 2008
"Im Jahr des Drachen", alea, 2007
"Notre Dame", alea, 2007
"Um Ru(h)m und Ehre", alea, 2006
"Revolte in Rom", Queen Games, 2005
Autor: xhru
Autor: Lilian Muscutt
