Arbeitsplatzabbau

Geschäft mit Dämmplatten schwächelt: Sto streicht 53 Stellen

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Fr, 30. Juni 2017 um 19:27 Uhr

Wirtschaft

Der Bauzulieferer Sto will 53 seiner deutschlandweit mehr als 2000 Stellen abbauen. Davon entfallen 28 Arbeitsplätze auf die Firmenzentrale in Stühlingen-Weizen.

Der Bauzulieferer Sto will 53 seiner deutschlandweit mehr als 2000 Stellen abbauen. Davon entfallen 28 Arbeitsplätze auf die Firmenzentrale in Stühlingen-Weizen. Dies gab das Unternehmen am späten Freitagnachmittag bekannt.

Die Streichung der Arbeitsplätze ist Teil des Sparprogramms New Balance, das die Firmenleitung schon vor längerer Zeit angekündigt hatte. Auf dessen Eckpunkte haben sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter nun geeinigt, wie das Unternehmen mitteilte. Zu den Eckpunkten zählt auch eine Arbeitsplatzgarantie für die verbleibenden Mitarbeiter bis Ende 2018. Diese ist laut Sto an Voraussetzungen geknüpft, die mit dem Betriebsrat vereinbart worden sind. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung über den Jobabbau informiert.

Hintergrund für die Einsparungen ist die deutlich unter den Erwartungen gelegene Geschäftsentwicklung. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen hatte 2016 um 13,7 Prozent abgenommen. Der Umsatz war nur dank der Zukäufe gewachsen. Das Geschäft mit Wärmedämmverbundsystemen aus Polystrol – der wichtigste Ertragsbringer von Sto – schwächelt. Hintergrund ist die Diskussion um die Effizienz, Brandsicherheit und Entsorgung der Platten.

In den Augen der Gegner gelten die Platten als Brandbeschleuniger und unwirtschaftlich. Sto hatte diese Kritik stets zurückgewiesen und als widersprüchlich und zugespitzt bezeichnet. Der Streit hat Spuren hinterlassen. Die Nachfrage nach den Dämmplatten ging in den vergangenen Jahren in Deutschland stetig zurück.

Vom Programm New Balance erwartet Vorstandssprecher Rainer Hüttenberger von 2018 an eine Kosteneinsparung von 9,9 Millionen Euro. Dies hatte er bei der Hauptversammlung Mitte Juni gesagt. Neben Einsparungen beim Personal will das Unternehmen nach den damaligen Aussagen auch die Sachkosten um 4,5 Millionen Euro reduzieren. Die Kosten für den Personalabbau hat Sto bereits im Jahresabschluss 2016 berücksichtigt.

Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzplus von drei Prozent und einem Gewinn vor Steuern und Zinsen zwischen 80 und 90 Millionen Euro.

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