Geschichte im Halbstundentakt

Thomas Biniossek

Von Thomas Biniossek

Mo, 10. September 2018

St. Märgen

Bei der Museumsnacht im St. Märgener Klostermuseum haben Besucher einen Einblick in die Historie der Gemeinde bekommen.

ST. MÄRGEN. Das Dorf schien ausgestorben, die Bürgersteige hochgeklappt. Nur in den Gaststätten waren die Tische gut belegt. Doch an einem Ort in der Gemeinde St. Märgen herrschte am Samstagabend reges Treiben. Zur "langen Nacht im Museum" hatte das Team um Bettina und Josef Saier eingeladen, und Dutzende Interessierte waren dieser Einladung gefolgt. "Wir hatten uns das erhofft", sagte Bettina Saier und strahlte, dass so viele Menschen durch die Museumsausstellungen flanierten.

Das Team mit rund 20 Helferinnen und Helfern, an der Kasse, als Aufsicht und bei den Führungen, hatte reichlich zu tun, um dem Ansturm gerecht zu werden. Allerdings hatten sich die Macher akribisch auf dieses Event vorbereitet.

Herzlich empfangen im Eingangsbereich gab es Informationen, was zu welchem Zeitpunkt im Museum stattfinden würde. "Bis alles durch ist, dauert das Ganze bis 24 Uhr", sagte Amandus Saier und zeigte den Gästen den Weg zu den Ausstellungen.

Dort wartete unter anderen Hubert Schwär, der im Bereich Hinterglasmalerei Rede und Antwort stand.

"Normalerweise dauert hier eine Führung zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Jetzt machen wir Kurzführungen von einer halben Stunde, das ist schon ziemlich schwierig", sagte Hubert Schwär. Doch den Besuchern gefiel es, beispielsweise bei den Themenschwerpunkten "Schwarzwalduhren", "900 Jahre St. Märgen" oder "Krieg, Not und Elend im 17. und 18. Jahrhundert" einen Schnellüberblick zur Geschichte der Gemeinde im Hochschwarzwald zu bekommen. "Wir haben uns entschlossen, im Rahmen der 900-Jahrfeier eine solche Museumsnacht anzubieten", erklärte Bettina Saier.

Zuletzt habe eine solche Aktion im Museum vor vier Jahren stattgefunden, auch seinerzeit waren viele Besucher gekommen. "Wir haben uns das natürlich erneut erhofft. Schließlich ist es unser Ziel zu zeigen, wie attraktiv dieses Museum nach der Umbauphase und Erweiterung ist. Und wir wünschen uns, dass der eine oder andere wiederkommt und sich etwas ausführlicher mit unseren Ausstellungen beschäftigt."

Besonders angesprochen werden sollten vor allem die St. Märgener und Menschen aus angrenzenden Regionen. Doch es kamen nicht nur diese, um sich in den Museumsräumen umzusehen, den Gedichten von Günter Schwab zu lauschen oder sich im Kapitelsaal bei Getränken zu stärken. "Ich bin eigentlich hier, um im Schwarzwald zu wandern", sagte Hans-Peter Bär aus Reutlingen, der Quartier in St. Märgen genommen hat. "Da war diese Aktion im Museum ein schöner Ausklang des Tages."

Das Ehepaar Dieter und Carmen Kaltenbach aus Kirchzarten war einfach aus Interesse nach St. Märgen gekommen. "Ich bin hier geboren und war schon lange nicht mehr im Museum. Das war eine gute Möglichkeit, einmal wieder hier vorbeizukommen", sagte Dieter Bär aus Hinterzarten. Aus alter Verbundenheit zu St. Märgen war Wolfgang Schlüter ins Museum gekommen. "Ich interessiere mich sehr für die Geschichte der Gemeinde", meinte er.

Weil der Reiseleiter auf die Museumsaktion hingewiesen hatte, nahm Christa Nehrkorn aus dem Harz mit weiteren Reiseteilnehmern an der Museumsnacht teil. "Das ist hier auch wirklich interessant", freute sich Christa Nehrkorn über die nächtliche Aktion und Abwechslung.