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05. März 2014 13:01 Uhr

Schmerzstiller

Die Weide: Pflanzliches Aspirin

Ein Tee aus ihrer Rinde wirkt fiebersenkend und schmerzlindernd – und ist dabei für den Magen verträglicher als Aspirin: die Weide. Wie sie wirkt und welche Tee-Mischung zu empfehlen ist, verrät BZ-Pflanzenexperte Frank Hiepe.

  1. Die Weide ist für ihre Weidenkätzchen bekannt – doch in ihr steckt noch viel mehr. Foto: dpa

DIE WEIDE (Salix)
Der Name leitet sich vom althochdeutschen wida, die Biegsame, ab.

Pflanzenfamilie
Weidengewächse (Salicaceae)

Die Familie umfasst etwa 400 Arten. Bei uns heimisch sind vorwiegend Silberweide (Salix alba), Purpur-Weide (Salix purpurea), Korbweide (Salix viminalis), Bruchweide (Salix fragilis), Trauerweide (Salix alba tristis)

Volksnamen
Katzenstrauch, Korbweide, Maiholz, Weiabusch, Felber

Vorkommen
Auf der nördlichen Erdhalbkugel überwiegend auf feuchten Böden

Blütezeit
April bis Mai

Geschichte und Aberglaube

In China ist die Weide Symbol für Frühling und sexuelles Verlangen. Schon in der Antike war sie bei den Assyrern und Babyloniern als Mittel gegen Fieber und Schmerzen geschätzt. Auf einer Tontafel aus der Zeit um 700 vor Christus sind neben Rezepturen Weidenblätter abgebildet.

Dioskurides (40-80 n.Ch) empfahl einen Saft aus der Rinde bei Gelenkschmerzen und Gicht. Nach der Signaturenlehre des Paracelsus sollten die biegsamen Zweige gegen steife Gelenke wirken.

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Während der napoleonischen Kontinentalsperre von 1806 bis 1813, während der keine Chinarinde als fiebersenkendes Mittel importiert werden durfte, erlebte die Weidenrinde ein Comeback. 1828 wurde das Salicin als Wirkstoff in der Rinde identifiziert.Bald danach wurde daraus die Salicylsäure hergestellt und dem Apotheker und Chemiker Felix Hoffmann gelang die Synthese der Acetylosalicylsäure (Aspirin) aus Salicylsäure und Essigsäure.

Die Weidenkätzchen ersetzten oft die Palmwedel am Palmsonntag. Sie sind für Bienen eine der ersten Nahrungsquellen im Frühjahr. Aus den biegsamen Zweigen werden Körbe hergestellt.

Wirkstoffe in der Rinde
Phenolglykoside wie Salicin und Salicortin, Flavonoide, Gerbstoffe

Anwendung
Das Salicin wirkt fiebersenkend, schmerzlindernd und antirheumatisch. Es hat gegenüber der Acetylosalicylsäure den Vorteil, dass es nicht die Magen-Darmschleimhaut reizt, weil es erst in der Leber zu Salicylsäure umgewandelt wird.

Tee
Ich empfehle eine Mischung von von je 30 g Weidenrinde und Teufelskralle und je 20 g Mädesüßblüten und Lavendelblüten.1 Esslöffel mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, bedeckt 15 Minuten ziehen lassen, abgießen und warm nach dem Essen zwei bis drei Tassen täglich bei rheumatischen Beschwerden trinken.

Auch alkoholische Auszüge aus der Rinde finden Verwendung. Im Handel können Sie auch fertige Zubereitungen kaufen.

Vorsicht!
Schwangere und Stillende und Kinder unter zwölf Jahren sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt Weidenrindezubereitungen einnehmen.

Bachblüten
Willow steht für "Selbstvertrauen"

Homöopathie
Salix alba D1 bei Fieber, rheumatischen Schmerzen

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Autor: Frank Hiepe