Dümmer durch Testosteron?

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 24. Mai 2017

Gesundheit & Ernährung

Hormon blockiert Denkprozesse.

Das männliche Sexualhormon Testosteron wirkt sich auf bestimmte Denkleistungen aus und beeinflusst Entscheidungsprozesse. Das schreibt das Magazin Wissenschaft aktuell. So zeigten die Ergebnisse einer amerikanischen Studie, dass Männer nach einer einmaligen Testosteronbehandlung Denkaufgaben eher schnell und impulsiv lösen und dabei eine höhere Fehlerquote haben als die Placebogruppe. Offenbar sorge der erhöhte Hormonspiegel dafür, dass eine spontane Entscheidung nicht mehr in Zweifel gezogen wird. So stärke die vermehrte Freisetzung von Testosteron in kritischen Situationen das Selbstvertrauen und damit die Überzeugung, richtig entschieden und gehandelt zu haben. Die Studie ist im Fachblatt Psychological Science erschienen. "Entweder hemmt Testosteron den Prozess, eine Entscheidung nochmals zu überdenken, oder es stärkt das Bauchgefühl des Rechthabens", sagt Colin Camerer vom California Institute of Technology in Pasadena, ein Mitglied des Forscherteams. Die neuen Ergebnisse seien auch zu bedenken, wenn ältere Männer mit stark verringertem Testosteronspiegel eine Hormontherapie erhalten. Als mögliche Nebenwirkung wäre ein Einfluss auf Entscheidungsprozesse bei diesen Patienten nicht auszuschließen.