Gesundes Halbwissen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 21. März 2018

Gesundheit & Ernährung

Neue Methode zum Umgang mit schwierigen Diagnosen.

Menschen, die möglicherweise von einer schweren Erbkrankheit betroffen sind, vermeiden häufig, die Krankheit diagnostizieren zu lassen, teilt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit. Gemeinsam mit der Universität Tilburg haben die Wissenschaftler eine Methode entwickelt, der Furcht vor einer präzisen schlechten Diagnose zu begegnen.

Die unheilbare Erbkrankheit Chorea Huntington sei seit Jahrzehnten mittels Genanalyse vorhersagbar, so das KIT. Ist ein Elternteil betroffen, besteht für die Nachkommen ein 50-prozentiges Risiko, mit ungefähr 40 Jahren selbst krank zu werden. Studien zeigten, dass Betroffenen ihr drastisch Leben umgestalten, wenn sie wissen, dass sie gesund bleiben – oder erkranken. "Trotzdem entscheiden sich die meisten Risikopatienten gegen den Test", so Nora Szech, Inhaberin des Lehrstuhls für Politische Ökonomie.

Für die Methode, die Szech und Kollegen in der Zeitschrift Management Science veröffentlicht haben, werden die Proben zweier Risikopatienten gemischt. Bei negativem Ergebnis könnten beide aufatmen – bei positivem bleibe trotz schlechterer Wahrscheinlichkeit für den Einzelnen noch genug Raum für die Hoffnung, trotzdem nicht zu erkranken.