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30. Mai 2016

HERZ UND NIEREN

Hören Musiker im Alter schlechter?

Wer am Arbeitsplatz dauernd Lärm ausgesetzt wird, hat ein höheres Risiko, dadurch schwerhörig zu werden. Musiker sollen davon besonders betroffen sein. Doch stimmt dies wirklich? "Lärm, der über längere Zeiträume bestimmte Grenzwerte überschreitet, kann zu direkten Schäden am Ohr führen", sagt Professor Bernhard Richter, Leiter des Freiburger Instituts für Musikermedizin am Universitätsklinikum Freiburg. Solche Schäden seien unabhängig davon, ob der Lärm etwa von Maschinen oder lauten Musikinstrumenten verursacht werde, erklärt Richter. In solchen Fällen sprechen Fachleute von einer Lärmschwerhörigkeit. Diese sind keineswegs selten: Unter den Berufskrankheiten nimmt sie einen Spitzenplatz ein. Naturgemäß sind Musiker einem höheren Risiko für Lärm ausgesetzt als Nichtmusiker. "Interessanterweise lässt sich wissenschaftlich jedoch nicht eindeutig nachweisen, dass Musiker im Alter ein höheres Risiko haben, schlecht zu hören", erklärt Richter. Tatsächlich seien in einigen Studien geringere Hörverluste gefunden worden, als sie gemessen an der Schallbelastung zu erwarten gewesen wären, sagt Richter. "Die Frage kann also dahingehend beantwortet werden, dass Musiker im Alter – nach aktuellem Wissensstand – kein höheres Risiko haben schwerhörig zu werden als Nichtmusiker", summiert der Fachmann.

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Autor: wo