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02. November 2009

Hilfe für ein gutes Restleben

Diese Woche feierlich eröffnet: Die Psychosoziale Krebsberatungsstelle Freiburg will Tumorpatienten und ihre Angehörigen unterstützen / Von Michael Brendler

  1. Hilfreich bei der Selbsthilfe: Sozialpädagogin Heike Ostrowski in der Beratungsstelle Foto: Kunz

Dass Stefan Andresen viele Dinge mit sich rumzuschleppen hat, wie er sagt, nimmt man ihm schnell ab. Vom Fleisch gefallen sieht er aus, die Gesichtszüge ausgezehrt, das graue Haar in der zerwühlten Einheitsfrisur, die Männer zwischen Krankenbett und Klinikgarten oft zu tragen pflegen.

"Patientenverfügung, Testament, Behandlungsmethoden, und das Lebensende", es gäbe viele Dinge, sagt der 66-Jährige, die einem Darmkrebs-Patienten so durch den Kopf gingen.

Oft zu viele Dinge, um allein damit klar zu kommen; deshalb kommt Andresen (Name von Red. geändert) inzwischen regelmäßig in das alte Personalwohnheim in den Parkanlagen der psychiatrischen Uniklinik in der Hauptstrasse 5a. Seit einiger Zeit hat sich hier die Freiburger Psychosoziale Krebsberatungsstelle niedergelassen.

"Wir wollen den Patienten bei der Organisation ihres Restlebens helfen", beschreibt der Leiter der Beratungsstelle, der Psychologe Thomas Gilbrich, die eigene Zielsetzung. "Die Krankheit ist schon schwer genug, da verschafft es den Leuten viel Erleichterung, wenn sie jemand beim Behörden- und Rechtskram unterstützt", ergänzt seine Kollegin Elke Reinert, die Leiterin des Psychologischen Dienstes der Uniklinik. Zusammen mit der Klinik für Tumorbiologie und mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Krebshilfe hat ihr Arbeitgeber das Projekt gestartet. Letzte Woche wurde auch offiziell Eröffnung gefeiert.

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Aber nicht nur organisatorisch will man hier den Klienten unter die Arme greifen, fast noch wichtiger ist den Psychologen und Sozialarbeitern die Betreuung in psychologischen Fragen: "Dabei geht es nicht darum, irgendwelche Kindheitstraumata auszugraben, uns geht es um die Krankheitsbewältigung im Hier und Jetzt", so Reinert. Ein Angebot, das für jeden Tumorpatienten Südbadens und seine Angehörigen gilt, egal wo er behandelt wird.

Dass die Stunde Gespräch oder Beratung kostenlos ist, versteht sich von selbst, Anonymität wird gerne garantiert, manchmal sind auch Hausbesuche drin. Unter Tel. 0761/270 7750 werden täglich von 9 bis 13 Uhr Termine vergeben. "Heute kann ich mit dem Krebs gut umgehen und nebenher ein schönes Leben führen", sagt Andresen – der Besuch kann sich also offensichtlich lohnen.

Autor: Michael Brendler