Mit Übungen und Einlagen gegen den Fersensporn

Gerlinde Felix

Von Gerlinde Felix

Mo, 02. Juli 2018

Gesundheit & Ernährung

Etwa jeder Zehnte leidet in seinem Leben einmal an der schmerzhaften Entzündung in der Ferse – die lässt sich aber gut therapieren.

Der Fersensporn kann ein recht schmerzhafter Begleiter sein. Schätzungsweise zehn Prozent der Bevölkerung haben irgendwann in ihrem Leben Probleme mit diesem Knochenauswuchs an der Ferse. Das muss kein Dauerzustand sein, denn es gibt eine Reihe von Therapieoptionen.

Wichtig zu wissen: Der Sporn ist nicht die eigentliche Ursache der Schmerzen. Fußfehlstellungen wie Spreizfüße mit einem abgeflachten Fußgewölbe, harte Schuhsohlen und Böden, starkes Übergewicht oder eine falsche Lauftechnik können die Sehnenplatte auf der Fußsohle über Gebühr belasten. Diese sogenannte Plantarfaszie setzt am Fersenbein an, zieht vor in Richtung Zehen und spannt quasi das Fußgewölbe auf. Wird sie chronisch gereizt, entwickelt sich eine Entzündung. Und es bildet sich häufig am Sehnenansatz ein Knochenauswuchs, eben der Fersensporn. Die Schmerzen entstehen jedoch aufgrund der chronischen Reizung, nicht aufgrund des knöchernen Hakens selbst.

Nach einer Befragung sowie gegebenenfalls einer Röntgen- und Ultraschalluntersuchung steht in der Regel die Diagnose Fersensporn fest. Zu den konservativen Behandlungsmethoden gehören individuell angepasste Einlagen mit Aussparungen oder Schaumgummi-Unterfütterung im Bereich des Fersensporns. Sie sind so geformt, dass sie das Fußgewölbe abstützen oder sogar aufrichten. "Damit werden etwa 80 Prozent der Patienten innerhalb von sechs Wochen bis sechs Monaten schmerzfrei", sagt der Fußchirurg Bernd Wegener vom Klinikum Großhadern in München. Zusätzlich bieten sich physiotherapeutische Verfahren wie eine Spezialmassage an den Sehnenknochenübergängen, Querfriktion genannt, und Dehnübungen für Sehnenplatte oder Achillessehne an. Auch die Stoßwellentherapie kann eingesetzt werden. Kleine Ultraschallimpulse sollen eine Schmerzlinderung bewirken. Studien kommen diesbezüglich aber zu unterschiedlichen Ergebnissen, weshalb die gesetzlichen Kassen die Therapie nicht zahlen. Patienten bestätigen aber in 50 bis 70 Prozent der Fälle, dass die Schmerzen nachgelassen haben.

Nicht ratsam ist es Wegener zufolge, medikamentös einzugreifen, etwa durch eine Injektion von Kortison und lokal wirksamen Schmerzmitteln. Diese Prozedur ist ziemlich unangenehm – und es sei Vorsicht angebracht: "Kortison macht die Sehnen spröde." Das erhöht die Gefahr, dass die Sehne reißt.

Wenn alles nichts hilft, bleibt noch die Operation. Dabei reduziert man den knöchernen Ansatz der Sehne und versucht, durch eine Einkerbung an der Sehne die Spannung zu verringern. "Man sollte die OP aber möglichst vermeiden", meint Wegener. Dabei gebe es nämlich relativ oft Komplikationen – vom Riss der Sehne oder der Sehnenplatte über Vernarbungen bis hin zu einem größeren Absterben von Gewebe. Er ermutigt die Patienten dazu, konservativ zu behandeln: "Das kann mühsam und zeitraubend sein, aber es lohnt sich langfristig."