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26. Juli 2012

"Gib mir dein altes Rad"

BZ-Interview mit Patrick Metzger aus Schuttern über seine Erfahrungen beim Triathlon.

  1. Patrick Metzger im Ziel. Foto: privat

TRIATHLON. Patrick Metzger vom TuS Ottenheim absolvierte vor wenigen Tagen seinen ersten Triathlon auf der Langdistanz beim Ironman in Frankfurt. Wir berichteten. Nach 11:44:11 Stunden kam er ins Ziel. Der 42-jährige Schutterner ist Fachoberlehrer für Sport und Technik in Appenweier. Mit BZ-Redakteur Uwe Schwerer hat er sich über seine Erfahrungen und Anfänge unterhalten.

BZ: Quälen Sie sich gerne?

Metzger: Na ja, ein gewisses Maß an Quälerei gehört vielleicht schon dazu. Den Wettkampf selbst empfinde ich nicht als Quälerei, vielleicht eher manchmal das Training. Aber nein, eigentlich ist es keine Quälerei. Ich betreibe sehr gerne Ausdauersport.

BZ: Wie sind auf den Triathlon gekommen?

Metzger: Der TV Friesenheim hatte mal Triathlons veranstaltet, mein Schwiegervater Oskar Kopf hatte die Radwechselzone betreut, da musste ich helfen. Es hat mich gereizt, also habe ich zu ihm gesagt, gib mir doch dein altes Fahrrad. Ich habe das Schutzblech abmontiert, habe in meine Fußballerhose eine Damenbinde reingesteckt und bin dann mitgefahren, untrainiert. Ich weiß noch, dass ich damals beim Zieleinlauf im Stadion in Friesenheim – da waren sie schon am Abbauen – als Letzter in der Zeitmessung reingekommen bin mit 2:59 Stunden. Aber ich war nicht Letzter im Feld. Dann habe ich mal eine Weile keinen Triathlon mehr gemacht, habe gekickt, und erst 2002 wieder mit dem Ausdauersport begonnen. Dann bin ich Marathon gelaufen und seit drei Jahren mache ich Triathlons.

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BZ: Wie war der erste Ironman über die Langdistanz?

Metzger: Bei meinem Debüt wollte ich auf keinen Fall eingehen. Ich wusste ja nicht, wie sich der Marathon am Ende anfühlt. Deswegen bin ich dann relativ defensiv Rad gefahren. Mit 11:44 hatte ich nicht ganz die Zeit erreicht, die ich mir vorgestellt habe, aber das Wetter hat auch nicht gepasst.

BZ: Haben Sie gut geschlafen vor dem Wettkampf?

Metzger: Ich habe sehr viel gesprochen mit meinem Freund Jochen Burkart, der ja ein ausgezeichneter Triathlet ist. Er hat mir auch einen Trainingsplan für die letzten 12 bis 14 Wochen geschrieben und hat mich betreut. Er war auch in Frankfurt dabei. Viel Schlaf bekommt man aber nicht. Am letzten Tag vor dem Wettkampf schläft man drei Stunden, am Tag vorher vielleicht vier. Um 3 Uhr steht man auf, denn der Wettkampf in Frankfurt beginnt um 7 Uhr.

BZ: Wie viel haben Sie trainiert?

Metzger: Im Sommer bin ich schon auf 20 Stunden pro Woche gekommen, im Winter auf 10 bis 12 Stunden. Im Winter habe ich viel Schwimmen und Laufen trainiert, Rad fahren eigentlich das ganze Jahr über. Ich bin täglich mit dem Rad, auch bei Regen und Schnee, von Schuttern nach Appenweier zur Arbeit gefahren. Da habe ich 300 Radkilometer pro Woche zusammenbekommen, was mir sehr geholfen hat. Ab und zu bin ich auch morgens mit dem Zug nach Appenweier gefahren und nach der Arbeit nach Hause gerannt. Denn lange Läufe sieht der Trainingsplan schon vor.

BZ: Welche Pläne haben Sie noch?

Metzger: Ich will im kommenden Jahr in Roth teilnehmen, dort ist ja der Ursprung des Ironman in Deutschland. Ich habe mich am Montag angemeldet. In 50 Minute waren 3 500 Startplätze weg. Die haben 24 000 Anmeldung bekommen und sind total ausgebucht. Da gibt es einen Riesenrun. Ich würde gerne unter elf Stunden kommen, das ist ein realistisches Ziel für meine Voraussetzungen.

Autor: uws