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10. August 2012

Goethepark: Nabu baut Umspannturm zur Brutstation für seltene Vögel um

Der Naturschutzbund hat den ehemaligen Umspannturm im Goethepark als Brutstation für seltene Vögel umgestaltet.

  1. Foto: Gerhard Walser

  2. Die Initiatoren des Ökoturms: Manfred Ehrler (links) und Reinhold Schelb (rechts), mit dem Nabu-Vorsitzenden Martin Neub. Foto: Gerhard Walser

  3. Nistkästen für Fledermäuse, Eulen und Schwalben an der Mauer. Foto: Gerhard Walser

  4. Einen transparenten Brutkasten gibt’s im Inneren des Turms. Foto: Gerhard Walser

EMMENDINGEN. Früher diente es als Umspannstation für die Stromversorgung, heute macht das unscheinbare Bauwerk im Goethepark eine neue Karriere in Sachen Vogelschutz. Der Naturschutzbund (Nabu) ist dabei, den "Ökoturm" am Mühlbach zu reaktivieren und mit Nistkästen zum Schaufenster in eigener Sache herzurichten. Die ersten Zimmer wurden von den dankbaren Vögeln auch schon bezogen.

Manfred Ehrler und Reinhold Schelb, Vorstandsmitglieder des Nabu, wurden bei ihrer Arbeit oft von Spaziergängern angesprochen, denen der am Bachrand stehende Turm noch nie besonders aufgefallen war. Nun, da er mit allerlei Nistkästen bestückt ist und immer wieder von Vögeln angeflogen wird, ist er zum vielbeachteten Werbeträger in Sachen Vogelschutz geworden. "Die Leute können sehen, was alles machbar ist, auch an ihrer Hauswand", freut sich der Nabu-Kreisvorsitzende Martin Neub über die Initiative der beiden Emmendinger Aktivisten.

Die Stelle am Rande des Mühlbachs und in unmittelbarer Nachbarschaft zu den gegenüberliegenden teilweise im Dornröschenschlaf liegenden Gärten der Karl-Friedrichstraße ist geradezu ideal. An die 30 Vogelarten hat Andrea Zeugner dort schon beobachtet. Die Vogelexpertin kommt am Turm regelmäßig bei ihren Führungen vorbei und gerät regelrecht ins Schwärmen über die Artenvielfalt – zumal sie stets auch die Graureiherkolonie im Auge hat, die auf den hohen Bäumen der Hausgärten nistet: "Eine kleine Oase mitten in der Stadt".

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Stare, die seltene Wacholderdrossel, Mehlschwalben und Kohlmeisen, aber auch Dohlen, Eulen und Kautze haben sich schon am Turm niedergelassen, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. Und auch für Wildbienen und Fledermäuse gibt es entsprechende Möglichkeiten. Spezielle Halbhöhlenkästen – allesamt mardersicher aufgehängt – bieten selbst Bachstelzen ein geeignetes Quartier, die eigentlich Erdhöhlen am Bachbett bevorzugen.

Im Inneren des Turms haben die Nabu-Mitglieder einen Beobachtungsnistkasten installiert, der es, mit einer Glasscheibe und einem Guckloch ausgestattet, ermöglicht, den Brütvorgang zu inspizieren – "für Kinder oder Schulklassen ideal", findet Manfred Ehrler. Zuletzt war ein Kohlmeisen-Pärchen Gast im transparenten Brutkasten. Eine Holzleiter im Turm führt zum Schleiereulenkasten. Und selbst an Amphibien haben die Vogelschützer gedacht: Ein eingezogener zweiter Boden dient als Rückzugsfläche für Ringelnattern oder Blindschleichen.

Nun soll der Ökoturm auch optisch noch aufgewertet werden. Nach den Sommerferien wollen die Nabu-Mitglieder Kontakt zu Emmendinger Schulen aufnehmen, um eine Klasse für eine Malaktion am Gebäude zu gewinnen. Motive von Vögeln und zum Thema Natur sollen das derzeit noch von Graffiti verschmierte Türmchen zum "Werbeträger in eigener Sache" machen.

Kontakt: Naturschutzbund Kreisverband Emmendingen, Manfred Ehrler (Tel. 07641/49929).

Autor: Gerhard Walser


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