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09. Januar 2009
Auswärtsspiel kennt nur Sieger
Gottenheimer Musikverein spielte sein Jahreskonzert in Bötzingen vor voll besetzten Rängen / Junges Orchester überzeugt
BÖTZINGEN/GOTTENHEIM. Ein Erfolg auf der ganzen Linie war das diesjährige Neujahrskonzert des Musikvereins Gottenheim, das erstmals in der Bötzinger Festhalle stattfand. Knapp 500 Besucher erlebten dabei einen gelungenen Abend mit angenehmer und gekonnt dargebotener musikalischer Unterhaltung.
"Auch diese Halle ist ja wieder zu klein", murmelten viele erstaunte Besucher vor Konzertbeginn. Mussten die Organisatoren doch auch in der großen Bötzinger Festhalle noch Stühle und Tische nachstellen, auch die Empore war voll besetzt. Statt der üblichen zwei Konzerte hätten die Gottenheimer Musiker indessen in der eigenen, viel kleineren Gottenheimer Schulturnhalle dreimal spielen müssen, um alle Musikfreunde unterzubringen. So waren diesmal auch viele Bötzinger und Musiker aus anderen Nachbargemeinden zum Gottenheimer Konzert gekommen.Für die Gottenheimer selber hatte der Verein einen Bustransfer organisiert. "Ich bin überwältigt, dass ich so vielen Gottenheimern hier begegne", freute sich auch der Vorsitzende des Musikvereins, Lothar Dangel, über den regen Zuspruch. Sein Dank galt der Gemeinde Bötzingen, die den Musikern die Halle zur Verfügung gestellt hatte. Er erläuterte, dass insbesondere der große Zuwachs in der Kapelle den Umzug notwendig gemacht habe. Rund 20 junge Musiker seien 2008 hinzugekommen. Und mehr als 50 Musiker auf der Bühne seien in der kleinen Gottenheimer Halle nicht machbar gewesen. Später überreichte Dangel den Jungmusikern ihre Leistungsabzeichen.
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Die Vereinsjugend begann dann auch den musikalischen Reigen. Das Vororchester unter der Leitung von Michael Thoman spielte fünf flotte Songs, die die Besucher vergnüglich auf die anspruchsvollere Kost der großen Kapelle einstimmten. "Wir sind ein junges, dynamisches Orchester mit einem Durchschnittsalter von 10,9 Jahren", erklärte eine Jungmusikerin zu Beginn. Anschließend erklangen der Musikantenmarsch, der Rock-’n’-Roll-Klassiker "Rock around the clock", ein Stück für vier Soloklarinetten, der Gospel-Ohrwurm "When the saints" und Queens "We will rock you" in einer speziellen Gottenheimer Version. "Der MVG ist super" hieß der neue Refrain, gesungen mit schwarzer Sonnenbrille und begleitet von einer E-Gitarre.
Auch die große Kapelle sei mit einem Durchschnittsalter von 25,7 Jahren noch recht jung, erklärte Moderator Michael Thoman, bevor sein Bruder Andreas den Taktstock übernahm. Nach einem fulminanten Einstieg mit einer japanischen Fanfare war die "Ouverture Brillante" von Pavel Stanek der erste große Prüfstein für die Kapelle. Sie meisterte das schwierige und facettenreiche Stück wie auch die folgenden mit Bravour. Die Bezwingung eines hohen Berges mit all seinen Schwierigkeiten und Rückschlägen aber auch den Freuden in der Natur hatte Robert Smith in seinem imposanten Werk "To the Summit" vertont. Die Musiker bezwangen den Berg, um anschließend einem Dialog von Mücke und Elefant zu lauschen: Die Solis im Stück von Harry King spielten Julia Großklaus an der Piccolo-Flöte und Simon Hunn an der Tuba. Launiger wurde es danach mit dem Party-Hit "El Cumbachero" aus Kuba, in dem insbesondere die Schlagzeuger ihr Können zeigen konnten. Flott ging es weiter mit Tom Jones Hit "It´s not unusual", bevor die begeisterten Besucher zum Finale den Marsch "Kameraden auf See" mitsingen konnten. Unterhaltsam waren auch die Zugaben: die Titelmelodie aus der Serie "Eine schrecklich nette Familie" und der Filmsong "Die glorreichen Sieben".
Autor: Mario Schöneberg
