Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

30. Oktober 2010

Ein Schlagerabend der Klassikhits

Konzert mit Klavier und Panflöte bietet populäre Klassik und Folklore.

  1. Daniela Kindilide an der Panflöte. Foto: laura-Carmen Schmid

GOTTENHEIM (les). Mit der Panflöte verbindet man meistens Folklore aus Peru. Werke von Bach, Schubert und Boccherini hingegen erklingen selten auf diesem Instrument. Beides – Folklore und Klassik – war aber beim jüngsten Konzert in der Gottenheimer Bürgerscheune zu hören, dargeboten von der seltenen Kombination aus Klavier und Panflöte.

Zu Beginn reichte Pianistin Katharina Roser der Panflötistin Daniela Kindilide drei unterschiedlich befüllte Flaschen, mit welchen Daniela Kindilide demonstrierte, wie eine Panflöte funktioniert. Indem der Luftstrom über eine scharfe Kante gelenkt und von dieser dann zerschnitten wird, entsteht ein Ton. Die unterschiedlich langen Rohre der Flöte bewirken die unterschiedlichen Tonhöhen. Obwohl die meisten Panflöten in einer bestimmten Tonart gestimmt sind, lassen sich mit einer speziellen Blastechnik alle Tonarten intonieren.

"Die Panflöte ist eines der ältesten Instrumente der Welt", erklärt Katharina Roser. "Da Bambus überall verbreitet war, kann man nicht genau sagen, wo die Panflöte ihren Ursprung hat. Funde gab es in Afrika, Südamerika, Rumänien und China", erzählt sie. Doch die vielleicht schönste Geschichte der Entstehung der Panflöte ist die des Hirtengottes Pan. Der Sage nach verliebte er sich in eine Nymphe, die seine Werbung jedoch nicht erwiderte. Eine Gottheit verwandelte die Nymphe zum Schutz in Schilfrohr, aus welchem sich Pan aus Kummer über die verlorenen Geliebte eine Flöte schnitzte.

Werbung


"Sie können heute das Glück haben, mit uns um die ganze Welt zu reisen." Mit diesen Worten stellt Katharina Roser, die auch Leiterin des Pop- und Jazz-Chors March und Lehrerin an der Musikschule Offenburg, das Programm vor. Robert Schumanns "Träumerei" machte den Anfang, gefolgt von "Air" aus der 3. Suite für Orchester von Johann Sebastian Bach und dem "Ave Maria" von Franz Schubert. Auch Luigi Boccherinis bekanntes Menuett, das von ihm als ein Streichquintett konzipiert wurde, erklang in einem neuen Gewand, ebenso die"Humoresque" von Antoín Dvorák und "Die Moldau" von Friedrich Smetana.

Alle Stücke sind populäre Werke, die nahezu jedem bekannt sind, auch ganz ohne ein Kenner klassischer Musik sein zu müssen. Es war, als hätte man eine dieser Klassik für Anfänger-CDs gekauft, nur eben mit einer dafür untypischen Besetzung. Je besser das Publikum das Stück kennt, desto lauter ist der Applaus. Fast jedes Stück wird so mit Ah und Oh und "Wie schön" von Seiten des Publikums begleitet.

Mit "El condor pasa" aus Peru, mit welchem der zweite Teil beginnt, kehrt die Panflöte in eines ihrer Heimatländer zurück. Bei den folgenden Medleys huscht ein Lächeln über so manches Gesicht, wenn einer eine Melodie erkannt hat. Russische, Ungarische und Französische Weisen erklingen. Die Tempiwechsel in den Medleys meistern die Musikerinnen hervorragend und auch das Zusammenspiel zeugt von Einklang zwischen den beiden. Doch bei den Klezmerstücken vermisst man die virtuose Klangvielfalt einer Klarinette, die das Melancholische, das so tief in dieser Musik steckt, so hervorragend zum Ausdruck bringt.

Autor: les