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18. September 2009
Gottenheim gruppiert Gelände um
Gemeindeverband billigt Vergrößerung von Gewerbefläche und Änderungen der Landschaftsschutzgebietsgrenzen
GOTTENHEIM. Einige Brisanz beinhaltete im Hauptpunkt der Tagesordnung, die den Mitgliedern der Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbandes Kaiserstuhl-Tuniberg auf ihrer ersten Sitzung nach der Kommunalwahl vorlag. Es ging um die Änderung des Flächennutzungsplans auf Gemarkung Gottenheim, um dort das Betriebsgelände der Firma Metallverwertungsgesellschaft erweitern zu können.
Das neu zusammengetretene Gremium von Gemeinderäten aus Bötzingen, Eichstetten und Gottenheim muss hierzu zwar beschließen, da der Flächennutzungsplan in die Zuständigkeit des Verbandes fällt. Gleichwohl gab es in dem Gremium keine Debatte über das Vorhaben. Denn die strittigen Punkte waren zuvor schon in schriftlichen Stellungnahmen von Behörden und den Gemeinden selbst gesammelt und vom zuständigen Planer Ulrich Ruppel bearbeitet worden.Maßgebliche Einwände hatte es auch von den beiden Verbandsgemeinden Bötzingen und Eichstetten gegeben. Denn als Unterlieger am von Gottenheim kommenden Mühlbach und Nägelegraben fürchten sie um größere Hochwassergefahren, wenn in Gottenheim weitere Flächen durch Bebauung versiegelt werden. Dabei sollen auch bisherige Überschwemmungsflächen aufgefüllt werden. Planer Ruppel erläuterte, dass der Verlust an Überschwemmungsfläche minimal sei. Das Regenwasser werde in das Regenrückhaltebecken für die neue B 31 eingeleitet. Gottenheims Bürgermeister Kieber ergänzte, dass dieses Rückhaltebecken auf Kosten der Gemeinde deshalb größer gebaut wurde und mehr Kapazität biete, als rechnerisch gefordert war. "Wir haben da genug Luft auch für größere Hochwässer", sagte Kieber.
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Das Firmengelände soll auf beiden Seiten der Buchheimer Straße am Ortsausgang von Gottenheim erweitert werden und dabei auch den nördlichen teil des heutigen Sportgeländes in Anspruch nehmen. Die Buchheimer Straße wird in diesem Abschnitt Teil des Firmengeländes. Der Verkehr von Gottenheim in Richtung Buchheim wird über die neue B 31 West laufen, für die vom jetzigen Kreisverkehr am Gottenheimer Ortsausgang eine neue Zufahrt gebaut wird. Das Sportgelände wird kleiner und neu geordnet, so dass es dennoch wie bisher einen Fußballplatz, einen Hartplatz und Tennisplätze umfasst. Das Firmengelände wird auch 0,6 Hektar des jetzt angrenzenden Waldgebiets beanspruchen. Dafür wurden etliche Untersuchungen notwendig, da es sich hier um ein Landschaftsschutzgebiet, ein Vogelschutzgebiet und um ein Wasserschutzgebiet handelt und zudem eine Flora-Fauna-Habitat-Schutzfläche in der Nähe liegt. So wurden die Bestände an Vögeln, an Fledermäusen, Amphibien, Reptilien, aber auch an Geschützten Käfern und Libellen erkundet. Tatsächlich gibt es hier allein vier Spechtarten, den Hirschkäfer und die streng geschützte Zauneidechse. Für diese Tiere werden im angrenzenden Wald nun bessere Lebensbedingungen geschaffen, so ein Holzmeiler für den Hirschkäfer und geeignete Steinhaufen am Bahndamm für die Eidechse. Zusätzlich sind ökologische Ausgleichsflächen erforderlich. Dazu sollen eine Fläche auf der Nordseite der im Bau befindlichen B 31 mit naturnahen Baumarten aufgeforstet und eine Streifen als Grünland genutzt werden.
Der schon bestehende Waldstreifen am jetzigen östlichen Rand der Ausiedlung soll ebenso Landschaftsschutzgebiet werden wie ein Streifen Ackerland vor dem Nötigwald. Zudem will Gottenheim die Grenze des Landschaftsschutzgebiets im Norden der Gemarkung auf die Nordseite der künftigen B 31 verlegen lassen.
Autor: Manfred Frietsch
