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26. Juni 2010
B-31-West-Dilemma
KOMMENTAR: Straßenbau für mehr Verkehr
In eineinhalb Jahren soll die B 31 zwischen Umkirch und Gottenheim fertig sein. Drohen dann in Gottenheim die einstigen Umkircher Verhältnisse mit verstopfter Ortsdurchfahrt? Mitnichten: Der gesamte Verkehr, der heute zwischen Bötzingen/Vogtsburg und Umkirch/Freiburg noch durch Gottenheim fährt, wird komplett über das fertige Stück der B 31 laufen. Was nur in einem Teil des Ortes bleiben wird, das ist der Verkehr in und aus Richtung Breisach, also etwa die Hälfte des bisherigen Durchgangsverkehrs, bei Lastwagen sogar weniger. Wenn man in Gottenheim dennoch bald mehr Verkehr fürchtet, dann wegen der Sogwirkung der B 31. Das aber belegt den alten Vorwurf der Straßenbaukritiker, dass, wer neue Straßen sät, mehr Verkehr ernten wird.
In diesem Fall droht sogar eine doppelte Ernte. Denn zusätzlich zur B 31 von Umkirch bis Gottenheim soll ja auch die Landesstraßenumfahrung um Eichstetten und Bötzingen bis kurz vor Gottenheim gebaut werden. Dann gibt es plötzlich zwei Umfahrungstrassen von der Autobahn her, die eine vom Bund, die andere vom Land bezahlt. Beide bedienen aber zum Teil den gleichen Verkehr, nämlich den von Ihringen/Bötzingen/Gottenheim zur Autobahn A 5 in und aus Richtung Karlsruhe. Der Güterverkehr zwischen Autobahn und Bötzinger Gewerbegebiet, der jetzt noch die Durchfahrten von Bötzingen und Eichstetten plagt, wird vermutlich zu einem großen Teil auf das erste Teilstück der B 31 wechseln, um schnell zur Autobahn zu kommen – nur um wenige Jahre später dann auf die Landestraßenumfahrung zur Autobahnanschlussstelle Teningen zu wechseln. Wie kann eine solche Geld und Fläche verschwendende Doppelplanung, noch dazu in ein und derselben Behörde, nämlich dem Regierungspräsidium, möglich sein? Ganz einfach: Weil es keine abgestimmte regionale Verkehrsplanung gibt, weder in den Behörden noch in der Politik. Landes- und Bundesvorhaben werden nebeneinander, aber nicht miteinander geplant, selbst wenn die damit befassten Fachverwalter unter einem Dach sitzen.
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Werden beide Vorhaben verwirklicht erhöht sich der Verkehrssog in und aus Richtung Breisach. Er würde aber noch stärker, wenn, wie es Gottenheim nach dem St. Floriansprinzip fordert, einfach noch ein Bypass Richtung Wasenweiler angehängt wird. An diesem Punkt müssen sich die Grünen entscheiden, was sie wollen: Entweder gezielte Verkehrslenkungen gegen Mautpreller und auf vorhandene Straßen ohne Ortsdurchfahrten, wie die jetzige B 31 zwischen Autobahnanschluss Bad Krozingen und Breisach. Oder aber doch eine Ortsumgehung nach der anderen neu bauen. Denn wer Gottenheim noch einen Bypass spendieren will, der muss Wasenweiler und Ihringen erst recht eine Umfahrung geben. Das aber wäre im Ergebnis kaum Anderes als der Fertigbau der B 31 bis Breisach – und den wollen die Grünen, aus guten Gründen, ja unter keinen Umständen.
Autor: Manfred Frietsch
