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16. Mai 2017

Investition in die Zukunft

Brauerei Rothaus nimmt neue Flaschensortieranlage in Betrieb / Kosten: Rund 10 Millionen Euro.

  1. Minister Peter Hauk (rechts) und Gisela Splett, Staatssekretärin im Finanzministerium und Aufsichtsratsmitglied, nehmen gemeinsam mit Brauereichef Christian Rasch die nagelneue Flaschensortieranlage mit einem symbolischen Knopfdruck in Betrieb. Foto: Wilfried Dieckmann

  2. Fremdflaschen werden vollautomatisch aussortiert. Foto: Wilfried Dieckmann

  3. Grafenhausens Bürgermeister Christian Behringer (rechts) lässt sich von Brauereichef Christian Rasch die Sortieranlage im Betrieb erklären. Auch Minister Peter Hauk und Gerhard Stratthaus, ehemaliger Finanzminister, bestaunen die moderne Technik. Foto: Wilfried Dieckmann

GRAFENHAUSEN-ROTHAUS. Mit einem symbolischen Knopfdruck haben am Montagmittag der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk sowie Gisela Splett, Staatssekretärin im Finanzministerium und Aufsichtsratsmitglied, gemeinsam mit Brauereichef Christian Rasch die nagelneue Flaschensortieranlage in Betrieb genommen. Auf 2500 Quadratmetern Fläche werden hier vollautomatisch Flaschen, die nicht zur Rothausbrauerei gehören, aussortiert.

"Die Sortieranlage ist eine Investition in die Zukunft", betonte Alleinvorstand Christian Rasch im Rahmen der Feierstunde zur Inbetriebnahme der hochmodernen Technik, an der nicht nur Minister Peter Hauk sowie zahlreiche Aufsichtsratsmitglieder, der erste Landesbeamte im Landkreis Waldshut Jörg Gantzer und Grafenhausens Bürgermeister Christian Behringer teilnahmen. Unter den Ehrengästen befand sich auch der ehemalige Finanzminister Gerhard Stratthaus.

Bei der hochmodernen Anlage, die nicht von der Stange gekauft wurde, handelt es sich nach den Worten des Brauereichefs um eine "sehr starke Ingenieursleistung". Die Sortieranlage wurde von den beteiligten Firmen in Zusammenarbeit mit den eigenen Brauereiexperten und Ingenieuren aus Rothaus gemäß den Bedürfnissen in Rothaus konstruiert. Dabei wurde von den Experten versucht, eine Mischung zu finden: Man könne eine derartige Anlage nach den Worten des Brauereichefs hoch-kompliziert mit hochautomatisierten Robotern mit allen elektronischen und Softwareproblemen konstruieren. "Wir wollten aber eine Mischung zwischen moderner Technik und einfachen, mechanischen Maschinen, die zwar eine geringere Laufleistung haben, aber nicht so reparaturanfällig sind", erläuterte Rasch und fügte an, dass dies extrem gut gelungen sei.

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Sortierhalle ist 2500 Quadratmeter groß

Die Feuertaufe der Anlage werde in den nächsten 14 Tagen kommen, wenn angesichts der zu erwartenden Wärme enorme Flaschenmengen verarbeitet werden müssten. Rund 20 Prozent der zurückkommenden Flaschen gehören nicht zur Brauerei Rothaus. Von diesen Fremdflaschen können rund 80 Prozent wieder mit anderen Brauereien getauscht werden. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass Kisten von anderen Brauereien auf der Anlage mitlaufen, in die die jeweiligen Flaschen dann einsortiert werden können. "Diese können dann mit den regionalen Brauereien im Umfeld direkt und unkompliziert getauscht werden", hob Christian Rasch hervor.

Bei dem Rundgang im Rahmen der offiziellen Inbetriebnahme zeigten sich die Ehrengäste von der rund 2500 Quadratmeter großen Sortierhalle, die mit moderner Technik und Laufbändern vollgepfropft ist, beeindruckt. Christian Rasch dankte dem Aufsichtsrat, der es ermöglichte, dass Rothaus die finanziellen Mittel, immerhin rund zehn Millionen Euro, für die Sortieranlage investieren konnte. Ohne technische Anlagen könnte die Aufgabe in Rothaus mit der vorhandenen Belegschaft nicht bewältigt werden, eine Ausgliederung der Arbeiten an Dienstleister wäre sonst unerlässlich geworden. Die neue Anlage wird im Zweischichtbetrieb von jeweils drei Mitarbeitern betrieben. Insgesamt werde von der Brauerei angestrebt, Arbeiten mit eigenen Mitarbeitern ohne Leiharbeiter zu bewältigen.

Minister Hauk begrüßte die Philosophie der Staatsbrauerei, auf Auslagerungen von Flaschensortierarbeiten zu verzichten, auch wenn dies mit mehr "Flächenbedarf" durch größere Industriegebäude verbunden sei. "Wir haben uns der Nachhaltigkeit verschrieben, und die neue Anlage ist dank Recycling und geringerer Transporte ein wichtiger Beitrag dazu", so der Minister. "Ein klares Bekenntnis der Rothausbrauerei zum Mehrweg", meinte Rasch und fügte an, dass Umweltschutz ein wichtiges Anliegen der Brauerei sei, der dank der Investitionen auch in den nächsten zehn Jahren zu halten sei.

Autor: Wilfried Dieckmann