Jurybegehung

Großer Erfolg -Die Schüler wachsen über sich hinaus

Katharina Merkel

Von Katharina Merkel

So, 20. September 2015 um 17:36 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Die allerletzte Aufführung von Swinging St. Pauli bricht den Rekord und ist zum ersten Mal ausverkauft. Mit im Publikum: die Fachjury des Lotto Musiktheaterpreises.

Die Gemeinde schreibt den 19. September 2015. Das Musical Swinging St. Pauli der Musicalcompany des Lise-Meitner-Gymnasiums wird endlich vor der Fachjury des Lotto Musiktheaterpreises vorgeführt. Schon bereits vor dem Einlass ist klar: Diesmal wird in der Hochrheinhalle kein Stuhl unbesetzt bleiben. Und so war es: Die allerletzte Aufführung von Swinging St. Pauli bricht den Rekord und ist zum ersten Mal ausverkauft. Das Publikum ist von Beginn an sehr gut gelaunt und freut sich auf die Aufführung. Plötzlich wird es dunkel. Und schon beginnt das Publikum zu jubeln und zu klatschen. Und bereits bei der ersten Szene wird munter mitgesungen.

Alle Blicke suchen natürlich die erste Reihe nach der Jury ab, die das Ganze nach bestimmten Kriterien bewertet. Schauspiel, Tanz, Musik, Inszenierung/Dramaturgie, Bühne, Technik, sowie die Rahmengestaltung spielen dabei eine Rolle. Die Stimmung in der Halle ist ausgelassen, die Programmhefte, Flyer und Plakate sind schön gestaltet. Zusammen mit dem Catering stimmt der Rahmen. Auch das Bühnenbild ist bis ins letzte kleine Detail sorgfältig ausgearbeitet, der Umbau zu verschiedenen Szenen läuft zügig und problemlos ab, die Kleidung der Mitwirkenden ist der Zeit im Zweiten Weltkrieg entsprechend und auch die Requisiten werden gut eingebracht. Man muss aber bedenken, dass Swinging St. Pauli ein Schülermusical ist.

Alle Mitwirkenden, bis auf Fabian Fellmann in der Hauptrolle, haben vorher noch nie gesungen. Somit erscheint es fast unglaublich, was diese Truppe innerhalb eines Jahres auf die Beine gestellt hat. Sowohl der Sologesang, als auch der Chorgesang gefallen und wirken schon ziemlich professionell, was natürlich auch an dem Technikteam liegt, das die Darsteller im perfekten Licht erstrahlen lässt und für den Ton verantwortlich ist.

Die Geschichte hinter der schönen Inszenierung ist gleichzeitig spannend, schön, lustig, unterhaltsam, traurig und zuweilen sogar brutal. Die Darsteller bringen den Inhalt aber sehr gut rüber und die Lieder nehmen deutlich Einfluss auf die Stimmung. Bei schnellen und lustigen Liedern wird lauthals mitgesungen, gejubelt und geklatscht, bei ruhigen und traurigen Lieder ist alles still und der Gesang verursacht Gänsehaut.

Sehr zufrieden zeigt sich auch Initiator Thomas Vogt: "Es war großartig. Alle waren mit voller Energie dabei und haben sich nochmal gesteigert.Wahrscheinlich auch, weil wir alle wussten, dass es das letzte Mal sein wird, dass wir alles gemeinsam auf der Bühne stehen. Insbesondere hat sich vor allem das Publikum gesteigert!", lacht der Musiklehrer des LMG und spielt damit auf die gröhlenden und das gesamte Publikum mitreißenden ehemaligen Schüler aus der letzten Reihe an. "Letztendlich entscheidet natürlich die Jury, aber ich bin sehr zufrieden und freue mich für meine Schüler, die sehr viel für ihr leben gelernt haben." Schulleiter Manfred Stratz ergänzt: "Alle Mitwirkenden sind über sich hinausgewachsen. Von der Stimmung her war es für mich der beste Abend." Stratz zeigt sich ebenfalls sehr stolz und hochzufrieden und freut sich über seine engagierten Lehrer und die motivierten Schüler. "Rundum eine gelungene Sache. Für mich der Höhepunkt des Schuljahres 2015!", ergänzt er und bedankt sich auch bei der stellvertretenden Bürgermeisterin Ulrike Ebi-Kuhn für die Unterstützung der Gemeinde. Diese zeigt sich ebenfalls höchst beeindruckt. "Es war hervorragend. Großes Kompliment! Die Gemeinde kann stolz auf ihre Schule sein. Man spürt einfach das Herzblut der Mitwirkenden. Das ist das Wichtige an Schule, außer Lernen natürlich. Ich fand es schon sehr professionell." Sie drückt der Musicalcompany im Namen der gesamten Gemeinde die Daumen, den Preis zu gewinnen.

Die Preisverleihung findet am 16. Oktober 2016 in Stuttgart statt. Solange wird man sich also noch gedulden müssen.