Hinter jeder Zahl steht ein Schicksal

Martina Weber-Kroker

Von Martina Weber-Kroker

Mo, 26. März 2018

Grenzach-Wyhlen

Ambulante Hospizgruppe erweitert ihren Vorstand / Bedarf an Trauerbegleitung nimmt zu.

GRENZACH-WYHLEN. Wie bei Hauptversammlungen üblich, wurden auch bei der Ambulanten Hospizgruppe am Freitagabend im evangelischen Gemeindehaus in Grenzach viele Zahlen genannt. Vorsitzende Christa Häfner machte zu Beginn der Versammlung jedoch deutlich, dass sich hinter jeder Zahl ein Mensch mit einem Einzelschicksal verberge, das es wertzuschätzen gelte.

Anhand der präsentierten Zahlen zeigte sich, dass der Bedarf an Trauerbegleitung zunimmt. Gab es im Jahr 2016 insgesamt 13 Einzeltrauerbegleitungen, so stieg diese Zahl 2017 auf 22 an. Im vergangenen Jahr wurden 50 Schwerkranke begleitet, davon 21 zu Hause, 17 in Pflegeheimen, sechs im St. Josefshaus Herten und ebenso viele im Krankenhaus.

Zu den weiteren Aktivitäten im vergangenen Jahr gehörten regelmäßige Supervisionen, Netzwerktreffen mit Kinderland Lörrach und dem im Aufbau befindlichen ambulanten Kinderhospizdienst sowie Vorträge und zahlreichen Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen.

Waltraud Bernhardt berichtete von der Gruppe "Trauernde Eltern", in der sie viele positive Rückmeldungen, viel Offenheit und Vertrauen erfahren habe. Zum 20. April beginnt eine neue Trauergruppe "Trauernde Eltern", die sich einmal monatlich trifft (Anmeldung bei Waltraud Bernhardt Tel. 07624/989302). Irene Passlick informierte über die Gruppe "Trauer-Wege" für Erwachsene, die um Erwachsene trauern. Auch hier sei viel Vertrauen entstanden, die Teilnehmer würden sich gegenseitig sehr gut unterstützen. Startbereit ist die neue Kindertrauergruppe "Tapfere Herzen". Interessenten können sich ebenfalls bei Waltraud Bernhardt melden.

Zu den Gästen bei der Hauptversammlung gehörte Landtagsabgeordneter Josha Frey (Bündnis 90/Die Grünen). Er würdigte die wichtige Arbeit der Ambulanten Hospizgruppe und dankte den Mitarbeitern für ihren Einsatz. Erfreut teilte er mit, dass im Doppelhaushalt des Landes nun mehr als eine Million Euro für die Hospiz- und Palliativversorgung und damit mehr als das Vierfache der bisherigen Mittel eingestellt sei. Vor Ort sei es wichtig, dass im Zuge des Neubaus des Zentralklinikums der Palliativmedizin genügend Raum gegeben werde und auch die professionelle und ehrenamtliche Hospizarbeit einbezogen werde.

Wahlen: Der Vorstand wurde um das Amt des zweiten Vorsitzenden erweitert. Für diese Aufgabe einstimmig gewählt wurde Tonio Passlick. Vorsitzende: Christa Häfner; Schriftführerin: Mirta Hartmann, Kassierer: Theo Fräulin. Beisitzer: Regina Korsch, Wolfang Gottschalk, Waltraud Bernhardt, Gabi Leber-Rusch und Irene Passlick.

Termin: Am 12. Juni, ist um 19 Uhr in der Eisenbahnstraße 18 in Wyhlen ein Informationsabend für Interessierte an der Mitarbeit in der Hospizgruppe geplant.