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25. Oktober 2013

Hornacker braucht Energiekonzept

Erstes binationales Energiekonzept wird in Grenzach-Wyhlen erarbeitet / Bürgerinformationstermin am 4. November.

  1. Sie präsentierten die ersten Überlegungen für das integrierte Energiekonzept am Hörnle(von links): Architekt Rolf Disch, Christian Geser, Jörg Lutz und Klaus Nerz. Foto: Rolf Reißmann

GRENZACH-WYHLEN. Das neue Wohngebiet auf dem Hornacker soll ein Musterprojekt in punkto Energieverbrauch werden. Architekt Rolf Disch möchte dort die weltgrößte Solarsiedlung errichten, sie soll Freiburg diesen Rekord abnehmen. Alle Gebäude werden sogenannte Energie-Plus-Häuser sein, also Gebäude, die insgesamt dreimal so viel Energie erzeugen, wie sie selbst verbrauchen.

Der Architekt:
Als Kriterien für rationelle Energieverwendung nannte Disch den Stromverbrauch, den Heizaufwand und die Mobilität. Beim Strom werde jedes Haus abgeben könne, denn alle Gebäude erhalten Solarzellen auf die Dächer. Der Heizaufwand bleibe gering, weil eine sehr hohe Wärmedämmung erreicht werde. Für die notwendige geringe Wärmezufuhr benötige nicht jedes Haus eine separate Heizanlage, sondern dies könne über eine zentrale Versorgung zugeführt werden. Die Mobilität werde ebenfalls energiesparend sein, weil zu den Haltestellen der Buslinie und zur S-Bahn-Station Niederholz nur kurze Fußwege notwendig seien. Ohnehin sollen die Autos nicht an den Häusern abgestellt, sondern in einer Gemeinschaftsanlage unter dem Dach der Lärmschutzwand an der Bahn geparkt werden. Dieses Dach wird auf gesamter Länge eine Solaranlage tragen.

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Der Investor:
Der Investor des Baugebietes, die Basler Stiftung Abendrot, zeigt ebenfalls sehr großes Interesse, eine energetische Beispielsiedlung zu errichten. Christian Geser, Projektant der Stiftung für dieses Gebiet, meinte, dass gerade bei der angestrebten vielfältigen Wohnstruktur für viele Bewohner die Energieeffizienz besonders wichtig sei. Denn gerade Familien mit Kindern, ältere Alleinstehende und Studenten sind auf kostengünstiges Wohnen angewiesen.

Der Energiespezialist
Angesichts dieses Neubaugebietes mit solch außergewöhnlicher energetischer Struktur sieht der Energieversorger Energiedienst die Möglichkeit, auch die südlich der Bahngleise stehenden Wohngebäude mit einzubeziehen und ein so genanntes integriertes Energiekonzept für das gesamte Areal zu erarbeiten. So soll vom Haus Hörnle 14 an bis zum Ende der Straße für jedes Gebäude das mögliche Sparpotential ermittelt werden. Auch hier werde es möglich sein, nach umfangreichen Maßnahmen zur Wärmedämmung etliche individuelle Heizanlagen abzubauen. Dies würde beträchtliche Kosten für die Eigentümer und Bewohner bringen. Auch bestehe auf den vorhandenen Gebäuden eine erhebliche Reserve für die Ausstattung mit Solarzellen, um Strom sowohl für den Eigenbedarf als auch für die Einspeisung zu gewinnen. Zunächst gelte es, so erklärte Klaus Nerz von Energiedienst, mit einer umfassenden Analyse für jedes Gebäude die Möglichkeiten zur Energieeinsparung zu ermitteln. Das könne durch bauliche Veränderungen oder auch durch Optimierung von energetischen Anlagen erfolgen.

Besonderen Wert erhalte das Konzept weil es grenzüberschreitend angelegt sei. Die Gebäude der Basler Friedhofsgärtnerei und des dazugehörigen Bauhofs könnten einbezogen werden, die Betreiber haben Interesse daran signalisiert. Dies wäre das erste grenzüberschreitende Energiekonzept in Deutschland.

Die Gemeinde:
Bürgermeister Jörg Lutz begrüßte die Idee ebenfalls, er sieht auch eine gute Chance, das derzeit leerstehende Areal des ehemaligen Aussiedlerheimes bei seiner Bebauung mit einzubeziehen. Derzeit laufen dazu Gespräche, weiter Angaben machte er nicht.

Um die Bewohner des Wohngebietes Hörnle über Möglichkeiten und Anforderungen eines integrierten Energiekonzeptes zu informieren, findet am Montag, 4. November, ein Informationsabend dazu im Haus der Begegnung in Grenzach statt. Beginnen wird dieser um 18 Uhr mit kostenlosen Energieberatungen, von 19 Uhr an werden dann Architekt Rolf Disch und Klaus Nerz von Energiedienst das eigentliche Energiekonzept präsentieren.

Autor: Rolf Reissmann